— 41 — gesicherte wirtschaftliche Grundlage, so hat die Entstehung der Moorkolonien in dieser Provinz weiterhin in starkem Maße zu der Blüte der Landwirtschaft beigetragen. Bereits im 13. Jahrhundert wurde an der Grenze von Groningen und Drenthe Torf gegraben; die Hunze förderte die Abfuhr?). Als nach der Reformation die Moore, die im Besitz der Klöster waren, an die Provinz fielen, war es in erster Linie die Stadt Groningen, die planmäßig die Moorkultur betrieb, ausbreitete und die abgegrabenen Ländereien für den Landbau gewann. Dadurch erhielt dieser im 17. und 18. Jahrhundert in den Groninger Moorkolonien schon eine große Bedeutung; eine Reihe von Kolonien waren vor 1800 in schnellem Aufblühen. Neben dem Getreidebau trieb die Provinz viel Pferde- und Viehzucht?); letztere pflegte insbesondere gutes Schlachtvieh. Groningen bildete das natürliche wirtschaftliche Zentrum und hatte schon im 15. Jahrhundert einen großen Viehmarkt®); im 17. Jahrhundert entwickelte sich hier ein lebhafter Getreidehandel. Viele Ähnlichkeit mit den Verhältnissen in Groningen hatten diejenigen Frieslands. Auch hier bestand eine bedeutende Viehzucht; im ı8. Jahrhundert litt sie aber außerordentlich durch verheerende Viehseuchen, die den Viehbestand arg mitnahmen und zur Folge hatten, daß man von der Rindviehzucht vielfach zur Schafzucht überging und nun auch den Getreide-, Kartoffelund Flachsbau bevorzugte*). Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nahm infolge der Einführung dänischen Viehs die Viehzucht wieder zu; und nun blühte auch der alte Handel mit Käse und Butter von neuem auf, der vorzüglich in Sneek und Dokkum seinen Sitz hatte. Eine besondere Farbe verlieh Friesland die von alters her dort betriebene Pferdezucht. Sie hat der Provinz viel Reichtum zugeführt; der Handel mit Pferden brachte dem Landmann viel ein. Ein gutes Arbeitspferd kostete noch 1740: ı Blink, II, SS: 160£ 2) Die Viehzüchter Groningens und Frieslands hat wohl im Auge der venetianische Gesandte, wenn er 1620 ihren großen Wohlstand erwähnt (Blok, Rel. Venez., S. 133). 3) Den großen Ochsenmarkt in Groningen erwähnt 1727 A. Ha Mer, S. 95. 4) Über die Viehseuchen in Groningen und die Impfungen, die die Hälfte des Viehbestandes retteten, Volkmann, S. 418. Vgl.auch Reens, S.22 {£.