so entstand z. B. Meppel in Drenthe als ein Torfmarkt, um den herum eine größere Reihe von Moorkolonien sich ansiedelten. Im 17. Jahrhundert hat sich namentlich Roelof van Echten tot Echten um die Drenthesche Moorkultur verdient gemacht; er wußte in Holland und Utrecht Kapital für diesen Zweck flüssig zu machen; es entstand eine ‚Gesellschaft‘. Daraus entwickelte sich die Kolonie Hoogeveen, die 1661 schon zwei Reihen Häuser besaß‘). Notwendig war bei allen diesen Anlagen eine Wasserverbindung zur Abfuhr des Torfes, und viele der späteren Wasserläufe in Drenthe, Groningen und Friesland verdanken ihr Dasein den Moorkolonien. Zunächst bildete die Bereitstellung des Torfes die Hauptsache. Dieser Brennstoff war für die städtische Industrie von um so größerer Bedeutung, als das Land im allgemeinen an Brennholz Mangel litt?); die Brennerei, die Brauerei, die Zuckerraffinerien usw. bedurften des Torfes, da Steinkohlen und Holz weit teuerer waren?). Auf dem Gebiete der Trockenlegung und der Landgewinnung hatten die Niederländer vor allen europäischen Völkern einen Vorsprung, sowohl in der Praxis wie in der Theorie. Das berühmte Buch von Jan Adriaansz Leeghwater (geb. 1575) über das Haarlemmer Meer und seine Trockenlegung hat bahnbrechend gewirkt*). Eigentliche selbständige landwirtschaftliche Literatur besaßen aber.die N1i1ederländer nicht; was hierüber veröffentlicht wurde, bestand aus kompilatorischen Darstellungen ohne wissenschaftlichen Wert. Erst dieizweite Hälfte des/z8& Jahrhunderts belebteunter dem Einfluß der Physiokraten auch hier das wirtschaftliche Interesse für den Landbau. Eine Reihe von Gesellschaften, die seit 1752 begründet wurden, machten es sich zur Aufgabe, die 1) Blink, Geschiedenis, II, 159 f. 2) Darüber schon :Blok;Rel. Ven, 1610, S. 34; 1620, S. 132. 3) Über die Torfkultur"De;Koopman, V, 190; Büsch, 51 ff. Metelerkamp, I, gof.; für die Brauereien Timmer‘, Gen. Brouwers S. ı15f.; für die Brennerei van Riemsdijk, 63. 4) Blink, Geschiedenis, II, 176. 47