— 53 _— saat, Dienstboten. In den tief gelegenen Gebieten gab es Wasser-, Deich- und Polderlasten, die z. T. recht hoch waren, vielfach die Lust zu solchen Unternehmungen raubten und in dem besonders dafür in Betracht kommenden Nordholland in den 1730er Jahren viele Bauern veranlaßten, ihre Pachtländereien aufzugeben und den Eigentümern die Sorge für den schwer belasteten Besitz zu über- lassen‘). Zuletzt sind noch die geistlichen Zehnten zu er- wähnen. Sie kamen infolge der Reformation in andere Hände, meist in die der Provinzen. Trotz mannigfacher Bestrebungen innerhalb der Bevölkerung, sich ihrer zu entledigen, gelang das nicht. Das Interesse der Regierung für die Landwirtschaft erschöpfte sich nun nicht mit der Erhebung von Steuern, sondern es hatte vielfach doch auch einen wirklich wohlwollenden Charakter in dem früheren Sinne der polizeilichen Aufsicht und Wohlfahrtspflege. Auf diesem Gebiete spielte die Fürsorge für die in den Handel kommenden Produkte der!'Land; wirtschaft, so Butter, Käse, Krapp, Hopfen, eine Haupt- rolle; ihte Verfälschung wurde streng verboten, mehrfach unter ausdrücklichem Hinweis auf die Schädigung, die durch solche Mißbräuche der Handel erleiden könne. Seltener zeigte sich das Bestreben, Mißstände der Landwirtschaft selbst zu bessern oder zu verhüten; so wenn die Ausfuhr von Dünger in Friesland 1634 und in Holland 1645 verboten oder wenn zur Sicherheit der Dünen die Ausrottung der Kaninchen empfohlen wurde; in anderen Ge- genden, so in der Veluwe, traf man gelegentlich Maßregeln, die der Ausbreitung der Sände entgegenwirken sollten*). St! Zu allen Bedrückungen, die den Landbau trafen und die neben elementaren Ereignissen, wie Mißernten, Viehseuchen, Wasser- schäden usw.?) hauptsächlich in Steuerlasten bestanden, kamen dann noch die kriegerischen Begebnisse, die be- sonders im 17. Jahrhundert die Niederlande schwer heimsuchten, Am schlimmsten war nach dem Münsterschen Frieden N- l) Blink, Geschiedenis, II, 240 ff. 2) Blink, Geschiedenis, II, 256 ff. 3) Über die verschiedenen Überschwemmungen usw. Blink, a. a. O.,, S. 269 ff., ebenda S. 274 ff. über die Viehseuchen.