Enkhuizen, Hoorn!) und Edam; kleinere Fahrzeuge baute man auch in den nördlichen Hafenplätzen. Um 1600 kam dann der Schiffsbau an der Zaan auf, wo früher nur kleinere, dem Binnen- verkehr dienende Fahrzeuge gezimmert waren?). Die engherzige Amsterdamer Gewerbepolitik, die den Schutenführern und Fähr- leuten verbot, ihre Schiffe an anderen Orten als nur in Amsterdam bauen zu lassen?), veranlaßte die Zaanländer, zum eigenen Schiff- bau für größere Schiffe überzugehen; man holte sich Meister aus anderen holländischen Schiffbauplätzen und fing an, Schmacken und Schmalschiffe*) zu bauen. Allmählich wurde dieses Gewerbe hier völlig selbständig und dehnte sich aus. Hinderlich war zunächst, daß die meisten Werften an der Binnen-Zaan gelegen und die Schleu- sen zu eng waren, um große Schiffe durchzulassen. Man half sich dadurch, daß man 1609 eine Zugschleuse anlegte, mit der die Schiffe aus der Binnenzaan über den Deich der Buitenzaan gezogen wur- den®). Zu diesem Zweck bildete man eine Gesellschaft von 64 An- teilen; von jedem übergewundenen Schiff erhob man eine Summe von 80—250 fl.; außerdem zahlte der Schiffseigner den Taglohn für die Arbeiter. Bis 1718 befolgte man dies sehr mühsame Verfahren; es wurden z. B. vom 2. August 1692 bis 17. Juni 1694, also in rund 22 Monaten, 63 Schiffe hinübergezogen; vom 27. Oktober 1700 bis 10. März 1718: 97 Schiffe. An der Binnenzaan zählte man damals 25 Werften, an der Buitenzaan nahm ihre Zahl zu. In Ost- und Westzaan gab es 1702—1705: 50 große Schiffbauer; einer von ihnen ließ in 22 Monaten 20 Schiffe vom Stapel. Nach der Medembliker Chronik des Dirk Burger haben im Juni 1708 in Zaan- dam 306 neue Schiffe auf den Hellingen gestanden®). Man baute auch nicht nur für die Niederlande, sondern für alle Welt, für Frank- 1) Über den Schiffbau in Hoorn, wo man 1594 nach neuem Modell Schnell- segler baute, vgl. Fruin;, Tien jaren, S. ı28f. Nach Laspeyres, S. 74, bauten Hoorn und Edam namentlich für die Salzfahrt. ? Honig, 1, 246 ff. 3) van Ravesteyn, S. 93. Ian Bicker, der Bruder des be- kannten Amsterdamer Bürgermeisters Cornelis B., war selbst Eigentümer einer Werft (Elias, Regentenpatriciaat, S. 118). 4) Über diese Bezeichnung Hagedorn, a. a. O., S. 89. 5 Honig, 1; 2511. 6) Honig, I, 256. Über den Zaanl. Schiffsbau Cosimo de Medici, S. 50; Memoires sur le commerce des Hollandois, S. 36. 106