Eine große Bedeutung fiel in diesen Erörterungen dem Brennstoff- impost zu. Auf Antrag der Haarlemer Brauer wurde die Herabsetzung des- selben 1768 in den Staaten von Holland beraten; die Leinenbleicher hatten für sich die Herabsetzung auf die Hälfte durchgesetzt, was zur Nachahmung reizte. Tatsächlich waren die Gerste und der Weizen hoch im Preis gestiegen, nämlich auf 70 bzw. 210 fl. per Last, ebenso war der Preis des Zwartsluisschen Torfs von 10 auf 18 fl. die 100 Tonnen gegangen, so daß die Brauer vielfach den weniger guten friesischen Torf beziehen mußten; auch die Kohlen waren erheblich teurer ge- worden?*). Die Amsterdamer Brauer, die stets ihre eigenen Wege gingen und meistens auch recht hatten, sahen zwar in der Herabsetzung des Brennstoffimposts kein Heilmittel für den unausbleiblichen Verfall ihres Gewerbes; immerhin würde sie diesen aufhalten. Schon war in Holland in den letzten 20 Jahren die Zahl der Brauereien von 100 auf 70 gefallen. Am ı. Januar 1774 trat nun die Herabsetzung des Torf- und Kohlenimposts auf die Hälfte ein; 1786 wurde sie sogar für 5/; be- willigt, wobei es dann blieb, bis Anfang des 19. Jahrhunderts der Impost auf das binnengebraute Bier ganz aufhörte, und nun der Impost auf die Brennstoffe wieder in voller Höhe ins Leben trat?). Von allen Kämpfen, die seitens der holländischen Brauer um ihr Gewerbe geführt worden sind, war der heftigste derjenige um ihr altes Hefenmonopol. Als die Einfuhr auswärtiger Hefe dauernd zunahm, insbesondere aus Brabant, Flandern, Cleve, Münster, Friesland, wurde 1722 diese Frage öffentlich zur Sprache gebracht. Gegner und Konkurrenten der Brauer waren in diesem Punkt zunächst die Bäcker, die behaupteten, die Brauer könnten dem Bedürfnis nicht genügen, ihre Hefe sei auch zu teuer. All- mählich verschlimmerte sich dann für die Brauer der Zustand, da vielfach künstliche Hefe aus Weizen- oder Kartoffelmehl und Hopfen hergestellt wurde; man schuf dadurch einem wichtigen Nebenprodukt der Brauerei, das dieser in der nahrlosen Zeit un- entbehrlich war, einen neuen Wettbewerb. Die Brauer forderten deshalb 1762 eine Belastung der auswärtigen Hefe, und zwar der trockenen mit 8 fl. per Tonne, der nassen mit ı2 St. per Pfund, ferner ein Verbot der Herstellung von Hefe für alle Nichtbier- brauer und Nichtessigbrauer, endlich ein Verbot der künstlichen Hefe. Hierüber erhob sich ein schwerer Kampf, bei dem die Bäcker und Grützmacher überall als Gegner der Brauer auftraten und !) Die Kohlen bezogen die Brenner, also auch wohl die Brauer, teils aus der Grafschaft Mark, teils aus Schottland (van Riemsdijk, S. 192). Die Delfter Brauer verwandten fast ausschließlich Kohlen, wenig Torf (Timmer, Uit de nadagen, S. 755 ff.). 2?) Timmer; Gen. brouwers, S. 113 ff., 124. 12C