noch immer meist portugiesisches und spanisches Salz verwandt, das nicht in die Raffinerien gelangte, sondern roh an die Abnehmer versandt wurde; mit dem raffinierten Salz wurde hingegen Handel getrieben. Die Einfuhr von Rohsalz, meist aus Deutschland, war sehr bedeutend. In der Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich in den Niederlanden die Tabakindustrie. Der hierher gebrachte Rohtabak, der zunächst namentlich aus Brasilien!), später auch aus Westindien und Nordamerika (Kentucky, Virginia) kam, bedurfte einer Vorbereitung, ehe er zum Rauchen, Schnupfen und Kauen geeignet war. In der Mitte des Jahrhunderts entstand ein lebhafter Handel mit nordamerikanischem Tabak in den Niederlanden; man holte ihn direkt aus Maryland und Virginia; der. Stapel des Virginia-Tabaks verpflanzte sich von England nach Middelburg, Vlissingen und Rotterdam?). Als dann aber die Holländer von den Engländern aus ihrer Niederlassung Neu-Niederland verdrängt wurden, fiel auch dieser Handel wieder in englische Hände; doch verblieb in den Niederlanden immer eine beträchtliche Fabrikation. Außerdem produzierten sie selbst Tabak?); zum Rauchen taugte er zwar wenig, jedenfalls nicht für höhere Ansprüche; doch war die Ausfuhr nicht unbedeutend‘). Infolge des ausgebreiteten Handels mit Tabak und des eigenen starken Verbrauchs®) blühte diese Industrie... Das ganze Rheingebiet, soweit es nicht den Pfälzer Tabak verwandte, bezog seine Rohware, sowohl die holländische wie auch die überseeische, von Amsterdam®). Die Kölner Schnupf-1) Nach Volkmann, 5S.57, hatte damals (1783) der Handel mit brasilianischem Tabak völlig aufgehört; noch 1753 wurden in Rotterdam 395 350 Pfund gesponnener brasil. Tabak eingeführt (Dobbe laar, Een Statistiek, S. 227): 2) Elias, Het voorspel II, 214. 3) Vgl. oben S: 37. 4) Nemnich;,5S. 125. Nach Luzac, II, 327 f., wurde jetzt der in Gelderland und Utrecht gezogene Tabak ungesponnen versandt und im Ausland gesponnen. Nach dem Tarif von 1725 war in Holland gesponnener Tabak frei vom Ausgangszoll. Aus Amsterdam wurden von inländischem Tabak 1753 ausgeführt für 529 858 fl.; 1792: 1153132 fl., also mehr als verdoppelt (van Nierop, Uit de bakermat). _Amersfoorter Tabak bezog um 1670 die Gottorper Tabakmonopolverwaltung (Kohlmann, 5. 233). 5) Noch 1617 verbot aber die Admiralität der Maas den Tabakgenuß auf den Admiralitätsschiffen (Rott. Jaarb. 1925, S. 173). 6) Boerner, Kölner Tabakhandel, S. 55. 136