-- 138 — Beharren bei der einmal angenommenen Fabrikationsmethode der niederländischen Industrie und versetzte sie ins Hintertreffen?). Noch einige mehr oder weniger umfangreiche, alle aber zeitweilig wirtschaftlich wertvolle Industrien mögen angeführt werden. Eine spezifisch holländische Industrie war die der Fayencen , ihr Sitz namentlich Delft. Ende des 17. Jahrhunderts aufkommend, hat sie im 18. eine hohe Blüte erlebt und selbst die französische Industrie dieser Art in ihren Leistungen übertroffen; sie arbeitete stark für den Export?). Auch im Haag suchte man die ihr verwandte Porzellanindustrie ansässig zu machen; die dort von 1776—1790 bestehende Porzellanfabrik hat schöne Ergebnisse geliefert?). Die Ostindische Kompanie hatte schon im 17. Jahrhundert sich eifrig um die Einfuhr chinesischer Porzellane bemüht; im 18. ging Porzellan als Ballast mit den Teeladungen der Kompanie nach Europa%). Die Delfter Industrie ging Ende des Jahrhunderts zurück, namentlich infolge des Wettbewerbs des englischen Steinguts, das deshalb mit hohem Zoll belegt wurde. Im Jahre 1809 gab es in Delft nur noch 6 Fabriken alter Art, jede mit 24—30 Arbeitern®). Gefärbte Kacheln und z. T. auch Fayencen stellte man auch in Rotterdam her; dazu verwandte man Doorniksche und Delftsche Erde und Ton®). Von Bedeutung war einst die Pfeifenfabrikation. Als im Beginn des 17. Jahrhunderts das Tabakrauchen in den Niederlanden um sich griff, führte das zuerst zum Gebrauch von Steinpfeifen; dann wurden Tonpfeifen aus England eingeführt. Englische Tabakpfeifenmacher ließen sich 1620—1630 in RotteräNemnich, S.ı12. 2) Memoires s. 1. commerce des Holl., S. 35; Le Moisne del’Espine, S. 45; Volkmann, 5S. 184f.; Beckmann, 5S. 356 f. 3ı van Gelder, De Haagsche Porcelleinfabriek; ferner derselbe, Twee negotiaties; van Riemsdijk, Loodrechtsche porceleinfabriek. 4 van Gelder, Gegevens; J.de Hullu, Porceleinhandel usw. 5) Nemnich, S. 240. ff. 6) Auch die Esterichsteine ‚„Asterich‘‘, „„,Astrachen‘‘, die im 17. Jahrhundert in großen Mengen von Holland, insbesondere von Hoorn, nach Hamburg, Schleswig-Holstein usw. verführt wurden, und die als Wand- und Fußbodenbelag dienten, waren wohl Kacheln gewöhnlichster Art (Baasch, Hamb. Seeschiffahrt, S. 375; Rehder, S. 2712, 276).