a TA2 beide Südniederländer waren, keine vorbildliche Ent- wicklung genommen!). Die Betätigung der Südniederländer ging ja überhaupt von jeher weniger auf Schiffahrtsunternehmungen ; ganz zu schweigen, daß Antwerpens Blüte im 16. Jahrhundert in erster Linie Nichtniederländern — Deutschen, Italienern, Portu- giesen, Juden — zu verdanken war?). Für den eigentlichen Han- delsbetrieb dürfte schon eher anzunehmen sein, daß vielfach der Nordholländer durch den Südniederländer auf neue Bahnen gelenkt worden ist; im einzelnen wird sich. das schwer nachweisen lassen. Was die südlichen Niederlande wirtschaftlich unzwei- felhaft auszeichnete und was deshalb die von dort flüchtenden Ein- wohner ihren nördlichen Nachbarn, die ja nur zum Teil ihre Stammes- genossen waren, als tatsächlich wertvolle Mitgift zubringen konnten, das war ihre gewerbliche Arbeit. So haben diese Zuwanderer sowohl ganz neue, in den nördlichen Niederlanden bisher unbe- kannte, nichtheimische Industrien hier eingeführt als auch die alten Industrien und Gewerbe befruchtet durch bessere Arbeits- methoden, Werkzeuge usw. Das brachte z. T. eine völlige Um- wälzung in die Betriebe und hat die alten Einrichtungen fast über- all mehr oder weniger bald beseitigt, mindestens aber stark mo- dernisiert. Für einige Industrien, die bisher und schon lange in den nördlichen Niederlanden bestanden hatten, die aber aus mancherlei Gründen nicht mehr recht gediehen — es sei nur auf die Leidener Tuchindustrie hingewiesen —, wurde dadurch der Grund zu neuer Blüte gelegt. Ein großer Teil dieser Flüchtlinge nahm seinen Weg ja auch ins weitere Ausland, nach England, namentlich aber nach Deutschland, wo dann ähnliche Wirkungen auf Gewerbe, Industrie und Handel sich zeigten. Die nördlichen Niederlande nahmen die Flüchtlinze mit offenen Armen auf). Das war "0 wa Schelven, S.26ff.i); Busken-Huet, Rembrandts Heimat, II, 199, vergleicht Usselinx, Lemaire, Moucheron mit den „großen Eisen- bahnkönigen und Börsenhelden unserer Zeit. Auch sie spekulierten mit eigenen und fremden Kapitalien in waghalsiger Weise. Moucheron machte Bankerott, Usselinx wurde Bettler, Lemaire büßte mehr als 12% Millionen ein, hielt sich aber über Wasser‘; doch hätten sie ‚„‚ihr Handelsgenie in den Dienst der allgemeinen Interessen ihres Landes und ihrer Zeit gestellt‘. NEhrenbereg, Zeitalter d. Fugger, 1, 363. 3) Über die gastfreie Aufnahme flamischer Flüchtlinge, die 1577 über Eng- a / Ei