II — seiner Lage auszugleichen. Die Rheinverbindung der Stadt ging in älterer Zeit über die Zuiderzee bis an die Mündung der Vecht bei Muiden, dann bis Utrecht und nun bis Vreeswijk auf dem Vaartschen Rhein; 1373 wurde diese Wasserverbindung durch Anlage einer Schleuse bei Vreeswijk hergestellt. Der Bau der Weerdschleuse bei Utrecht 1609 verbesserte diese Verbindung!). Jahrhundertelang blieb diese Fahrt die einzige, einigermaßen brauchbare Wasserverbindung Amsterdams mit dem Rhein. Frühzeitig hat sich ferner ein System von Reihefahrten ausgebildet, d. h. organisierten Schiffahrtsverbindungen zwischen den einzelnen Verkehrsmittelpunkten; der Inhalt dieser Organisation bestand in der Regelung der Abfahrten, der abwechselnden Übernahme der Frachten durch die Schiffe, und in gewissen Vorschriften über die Größe der Schiffe und der einzunehmenden Ladungen. Schon Ende des ı5. Jahrhunderts entstanden. solche Fährverbindungen. Amsterdam hatte im 16. Jahrhundert Beurtveeren nach Dordrecht, Antwerpen, Seeland, Gent, Brüssel, Deventer, Middelburg, Arnhem, Hoorn, Enckhuizen, Utrecht. Eine „Binnenlandvaerdersgild‘“ umfaßte die in Amsterdam ansässigen Binnenschiffer?). Diese Fähren waren meist älter als die für sie erlassenen Reglements. Andere Städte hatten ebensolche Verbindungen... Rotterdam besaß im Anfang des 17. Jahrhunderts regelmäßige tägliche Beurtfahrten nach Antwerpen, die 1612 durch eine Ordonnantie geregelt wurden; ebenso nach Gent?). Das ganze Land wurde durch ein solches Verkehrsnetz durchzogen, das z. T. auch dem Postverkehr diente*). Am wichtigsten waren die Beurtfahrten auf dem Rhein®); 1815 bestanden noch von Amsterdam aus solche nach Arnhem—Duisburg; nach Emmerich— Xanten; nach Wesel—Düssell) Blink, II, ır f. Im 16. Jahrhundert schuf sich Amsterdam außerdem nach der Maas einen Binnenschiffahrtsweg, die „Spui‘“ (ter Gouw, IV, 365). 2) terGouw, V, 400, 425. Nach Bontemantel, II, 5009, kamen 1667 nach Haarlem von Amsterdam 5146 Schuten, während von Haarlem nach Amsterdam 6401 Schuten gingen. 3) Bijlsma„‚, Rott. welvaren, S. 130 f. ‘ Overvoorde, Geschiedenis, S. 83 f., 110 ff., 400 f. 5) Vgl. unten in 8 8.