Geschäftszentrum der zivilisierten Welt, die Bank, das neugeschaffene Institut, das der Verbesserung und Festigung des Geld- und Münz- wesens dienen sollte, und die große umfassende Handelsgesellschaft, die den Handel nach dem neuerschlossenen Gebiete im Osten be- treiben sollte: sie bildeten von jetzt ab eine enge Interessengemein- schaft, die zwar nicht in irgendeiner äußeren Form festgelegt war, die sich aber durch ganz natürliche innere Zusammenhänge von selbst bildete und nahezu 200 Jahre bestanden hat. Wenn wir auch über die Einzelheiten des Börsengeschäfts in Amsterdam in der älteren Zeit wenig unterrichtet sind, so ist doch ein untrügbares Zeichen für den lebhaften Börsenverkehr das dortige Maklerwesen. Schon im 15. Jahrhundert werden hier Makler erwähnt!). Doch entwickelte sich dieses Institut kräftiger erst mit dem Ende des 16. Jahrhunderts; 1580 wurde den Maklern das Ver- bot des eigenen Handels auferlegt; 1578 traten sie in einer „Gilde“ zusammengeschlossen auf. Die verschiedenen Courtagetaxen jener Zeit lassen den Umfang des Amsterdamer Handels erkennen. Der mächtige Maklerstand an dieser Börse hat auf den Handel zweifellos günstig eingewirkt, auch wenn er den Kaufleuten manchmal un- bequem war. Schon 1612 gab es 300 Makler und 600 Beiläufer. Allmählich entwickelten sich freilich im 18. Jahr- hundert die Makler immer mehr zu Kaufleuten, während die Böhn- hasen, die allen Verordnungen zum Trotz nie auszurotten gewesen waren, zu niedrigeren Courtagesätzen die Maklergeschäfte betrieben. Im Laufe der Zeit wurde der Makler für den Kaufmann so unent- behrlich, daß er aus seinem Diener sein Herr wurde; kein mit dem Handel in enger Berührung stehender Berufsstand hat, wıe an anderen Orten, so auch in Holland so viel Mißbräuche aufzuweisen gehabt wie der Maklerstand‘®). Allerdings war das Maklerwesen von wirklicher Bedeutung in Amsterdam nur tür das Waren- geschäft; für das Geldgeschäft kamen die bereits erwähnten Kassierer in Betracht. Das tat aber der Bedeutung der Makler 1 Stuart, S. 4off.-.Kohler-Hecht, S. 289 ff. 2) De Koopman, II, 265; III, 404 ff. Über die Amsterdamer Makler und ihre Geschäftsgier, die es auf Courtagen und Kursgewinne abgesehen hatten, Vega de la Vega, S. 1309 ff., 188 ff.; danach Ehrenberg, Amsterdamer Aktien- spekulation, S. 820 ff. 226