Quecksilber, und das ostindische Quecksilber kämpfte mit dem Produkt von Idria um den holländischen Markt!). Von der beherr- schenden Stellung Hollands im Getreidehandel war schon die Rede?). In anderen Waren, die die Niederlande für ihre Industrie brauchten, so Eisen, Blech, Kohlen, Baumwolle, verhielt es sich nicht viel anders. Ein überaus reger Zufluß von Waren schuf auch eine lebhafte Warenbörse?). Nur für die Erzeugnisse der eigenen landwirtschaft- lichen Industrie, Vieh, Butter, Käse, bestanden im Innern des Landes örtliche Verkaufszentren; in Schiedam ferner eine Malz- weinbörse*). Tatsächlich konzentrierte sich an der Amsterdamer Börse der ganze Eigen- und Kommissionshandel der Niederlande, der die eigentliche Grundlage des holländischen Handels bildete und der selbst in den Zeiten, da die Blüte des niederländischen Wirtschaftslebens nicht mehr überwiegend auf dem Handel beruhte, nie völlig zugrunde gegangen ist. Wenn Cosimo de Medici 1669°) Amsterdam ein Weltmagazin nannte, das den größten Handel der Welt treibe, so fand er damit für den Tatbestand den richtigen Namen. Das Börsengeschäft in Amsterdam, soweit es sich um Fondshandelte, hielt sich im Anfang des 17. Jahrhunderts nochin sehr bescheidenen und beschränkten Formen; es befaßte sich im wesentlichen mit den Anteilen der Ostindischen, später auch der Westindischen 1) Im Jahre 1667/78 führte Amsterdam kein Quecksilber ein, wohl aber 63 839 fl. aus, was auf große Läger schließen läßt (Brugmans, Statistiek, S. 169). ?) Für eine Reihe von Jahren finden sich die Getreideein- und -ausfuhren Amsterdams angegeben bei van Dillen, Stukken betr. d. Amsterd. Graan- handel, S. 80 ff. Für den Getreidehandel bestand in Amsterdam eine besondere Börse. 3) Der Amsterdamer Kurszettel der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts enthielt die Erzeugnisse des Überseehandels (Gewürze, Zucker, Tabak, Farbhölzer, Drogen usw.), ferner die des Levante- und Mittelmeerhandels (Reis, Öl, Weine), die der Fischerei (Fische, Tran, Barden), Metalle (Zinn, Quecksilber, Blei), Wolle aller Art usw. Von Erzeugnissen der holländischen Industrie weist der Zettel nur die bunten Amsterdamer Kacheln (‚„‚bonte leiren‘) auf (Brugmans, Handel en nijverheid, S. 174). Ein amtlicher Warenpreiskurant bestand in Amsterdam seit 1613, vielleicht schon eher (Sautijn Kluit, Prijs-courantiers). 4) Vgl. oben S. 127. 5) S. 276 f. 228