aber Meinungsverschiedenheiten innerhalb der in Schottland’ be- findlichen Stapelleitung‘). Bei der Besetzung Walcherens durch die Engländer 1587 wünschten die Schotten, von dort wegzugehen; auch entstanden Streitigkeiten zwischen ihnen und den dortigen Behörden. Wenn nun auch der Stapel dort verblieb, wechselten doch die schottischen Kaufleute, namentlich Anfang des 17. Jahrhunderts, vielfach zwischen Calais, Veere und Brügge ihren Aufenthalt, obwohl dies dem Privileg von 1578 widersprach?). Nach der Thronbesteigung Jakobs I. in England verlor die nahe Beziehung des Stapels zu Schottland an Bedeutung; schottische Kaufleute verletzten ‚den Stapelvertrag und brachten ihre Waren nach England und von da weiter nach Flandern und Holland. Obwohl nun auch Middel- burg sich um den schottischen Stapel bemühte, ‚wobei geltend ge- macht wurde, daß die Beförderung der in Veere gekauften oder verkauften Waren nach‘ Middelburg und zurück sehr kostspielig sei, gelang es doch Veere, den Stapel durch einen neuen, am 19. No- vember 1612 geschlossenen Vertrag an sich zu fesseln; den Wünschen der Schotten kam man, namentlich in steuerlicher und kirchlicher Beziehung, hierbei weit entgegen; dafür mußten jene eine genauere Einhaltung des Stapelmonopols zusichern?). Für das kleine Veere handelte es sich um eine Existenzfrage; die Erneuerung des Stapels brachte ihm große Vorteile. Die Zeit nach 1ı612 war die Elüteperiode desiischottischen Stapels; | in Jahre 1627/28 liefen von Leith nach Veere zehn und nach den Niederlanden insgesamt 39 Schiffe aus*). Doch mangelte es nicht an Klagen, daß die schottischen Kaufleute auch andere Häfen aufsuchten; trotz aller Bestrebungen floß ein großer Teil des schot- tischen Handels anderen kontinentalen Häfen zu. Ein harter Schlag war es ferner für die niederländischen Reeder, als 1617 die schot- tische Regierung verfügte, daß nur schottische Schiffe im schot- tischen Handel verkehren dürften. Aber auch der Stapelhandel litt schwer, als mit dem Wiederausbruch der Feindseligkeiten gegen Spanien 1621 die Unsicherheit der See zunahm und als später der l Davidsoniu. Gray, S. 354. 2) Rooseboom,S. 126; 3) Rooseboom, S. 1431: *ı Davidson u. Gray, S. 104, 100. 266