m, Ya zu Lande. Keinen besseren Beweis des natürlichen Verhält- nisses der Niederlande zu Deutschland gibt es in der Vergangenheit als ihre Teilnahme an der Hanse. Wie Amsterdam, Kampen, Sta- voren durch ihre Seebeziehungen in den Kreis der Hanse gezogen wurden, so Deventer, Arnhem, Nymwegen, Harderwyk, Zutphen u. a. m. durch die Binnenhandels- und Binnenschiffahrtsverhält- nisse; auch die alte Bischofsstadt Utrecht, obwohl nicht der Hanse angehörend, hat an diesen Beziehungen teilgenommen. In den rheinisch-westfälischen Gegenden war der Nordniederländer am Ende des Mittelalters ein ebensooft gesehener Geschäftsmann wie an den Gestaden der Ostsee und an der Elbe. An den Schonenschen Privilegien haben auch holländische und seeländische Städte teil- genommen, die der Hanse nicht angehörten, wie Amsterdam und Dordrecht!). In das Ostseegebiet ist seit dem 15. Jahrhundert der Handel der nordniederländischen Städte mit unwiderstehlicher Ge- walt eingedrungen. Was diesen Ostseehandel insbesondere nährte und mehr und mehr zu einer Goldgrube für die Niederlande machte, war der Getreidehandel. Seit dem 15. Jahrhundert fällt diesem der Hauptanteil an der Blüte Amsterdams zu. Ohne Zufuhr von Getreide konnten die Niederlande schon im Mittelalter nicht bestehen; und es war die Aufgabederniederländischen Seestädte,sich stetseinen Vorrat von Ostseegetreide zu ver- schaffen?); aus dieser eigenen Bedarfisdeckung entwickelte sichidann ein allgemeiner Ge- treidehandel. Wenn Amsterdam im ganzen 16. Jahr- hundert unablässig für die Freiheit seines Getreidehandels kämpfte, wenn es gegen die Verbote der Getreideausfuhr, die seitens der Landesregierung mehr als einmal erlassen wurden, ebenso Wider- 2) Val W. Stein, Die Hansestädte, S. 533 ff.; ferner Wilkens, Hans. Gesch., Bl. 1909, S. 150[{f. 2) van Dillen; Econ.Karakter, S. 1151., 113; Blok, Eene holl- Stad, II, 239f.; Unger, S. 381 ff. Den Engländern galt Amsterdam als ein Vorbild für die Aufstapelung von Getreide in Jahren der Mißernte; dort seien nie weniger als 700 000 Quarter auf Lager (Durham, S. 235). Ende des 17. Jahrhunderts betrug die jährliche Getreidezufuhr nach Amsterdam ca. 76 000 Last, von denen Amsterdam selbst 27% % gebrauchte; 29% dienten dem binnenländischen Ver- brauch, ca. 43% der Ausfuhr ins Ausland (Brugmans, Opkomst, S. ı21 ff.). 27%