—- 25) — Aus den mitgeteilten Zahlen erkennt man den hohen Wert, den der Ostseeverkehr für die Schiffahrt, den Zwischenhandel, die Industrie, die Fischerei und die Landwirtschaft, d. h. für das ge- samte Wirtschaftsleben der Niederlande besaß, und daß die kriege- rischen und politischen Bemühungen dieses Landes, die Straße durch den Sund offenzuhalten, in überaus wichtigen materiellen Interessen wohl begründet waren. Aber nicht nur durch die genann- ten Mittel suchten die Niederlande sich den Weg in die Ostsee zu sichern. An den zahlreichen Projekten, die seit dem 16. Jahr- hundert dahin zielten, durch Mecklenburg einen die Ostsee mit der Elbe verbindenden Schifi- fahrtsweg zu bauen, waren die Generalstaaten wieder- holt beteiligt; sie erboten sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts, eine solche Wasserstraße auf eigene Kosten zu bauen. Noch 1645 verhandelte Mecklenburg in dieser Sache mit den Generalstaaten. Als Wismar, der beste mecklenburgische Hafen, 1648 an Schweden fiel, verloren die Generalstaaten das Interesse an dieser Ange- legenheit‘). Mit Dänemark kam es noch einmal in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu einem Zwist, der 1685 zu ernsten Schädigungen des niederländischen Handelsverkehrs, insbesondere des Holz- handels führte. Erst der Vertrag von 1688 stellte das gute Ein- vernehmen wieder her, was sicher im Interesse des niederländischen Handels war; auch die Industrie legte Wert darauf, u. a. auf den Absatz von Seidenwaren?). Nachdem in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts der Ostsee- handel der Holländer sich weiter vermehrt hatte, da die britische Navigationsakte ihren Überseehandel stark beeinträchtigte, ging er im 18. Jahrhundert mehr und mehr zurück, um nach dem eng- lischen Kriege völlig vor dem Englands zu kapitulieren®). Sehr eng waren von altersher die wirtschaftlichen Bezie- hungen zum Deutschen Reich. Hier verband sich l) Vgl. Stuhr, Der Elbe—Ostseekanal, S. 42—47 f. 2) Vgl.den Tex, Jacob-Hop, S. 824€; van der Hoeven, Bij- drage, S. I14. 3) Es passierten den Sund 1780: — engl., 2058 holl. Schiffe; 1781: 2021 engl., ırı holl. Schiffe; 1785: 2535 engl., 1571 holl. Schiffe; 1790: 5788 engl., 2009 Baasch, Holländische Wirtschaftsgeschichte, 19