Wasser erst auf wenige Menschenalter zurückblickte!). Die Einzel- heiten, um die es sich handelte, das Streichen der Flagge zur See, die Besteuerung der Fischer, die Untersuchung der Schiffe auf Kon- terbande: Alles dies trat weit zurück hinter der großen, das ganze niederländische Wirtschaftsleben berührenden Frage, ob das eng- lische Machtprinzip das von den Niederländern vertretene Rechts- prinzip besiegen, ob die freie Seefahrt und damit der freie Handel vor dem brutalen Willen des englischen Protektors unterliegen sollte. Man hatte, als der Konflikt sich zuspitzte, in den Nieder- landen zunächst einen, alle jene Streitfragen regelnden Marine- und Handelsvertrag mit England in Aussicht genommen, von vornherein aber auch mit der ultima ratio gerechnet; auf Betreiben der sonst den Frieden suchenden Amsterdamer Börse war sogleich eine starke Seerüstung vorbereitet worden?). Noch vor dem Ausbruch des Krieges war am 9. Oktober 1651 die britische Navigationsakte erlassen worden. Mit ihr wurde die schon seit längerer Zeit in Europa mehr und mehr um sich greifende Tendenz zum Protektionismus in ein, für die be- sonderen Verhältnisse Englands zugeschnittenes, nationales System gebracht. Diese Akte war ja keineswegs etwas ganz Neues; schon seit dem 14. Jahrhundert zeigten sich in England Ansätze dieser Art?). Ihr Erlaß im Jahre 1651 richtete sich allerdings in erster Linie gegen die Niederländer, deren Zwischenhandel mit Gütern, die sie nicht selbst erzeugten, dadurch getroffen werden sollte. Die Wirkung auf die niederländische Schiffahrt war zunächst nicht bedeutend, da die Engländer gar nicht genug Schiffe besaßen, um ihren ausgedehnten Handel mit ihnen allein treiben zu können. Die baltische Schiffahrt der Holländer hat vorläufig nicht nur nicht gelitten, sondern sogar zugenommen. Und solange die Hol- länder sich im Besitz von Neu-Amsterdam befanden, konnten sie auch die Beschränkungen, die der koloniale Handel durch die Akte erfuhr, durch Schleichhandel umgehen. Erst im 18. Jahrhundert 1) Als die wahren Ursachen des Krieges mit England bezeichnete de la Court, Interest van Holland (1662), S. 107: die Eifersucht Englands auf ‚„Onze florisante commercie‘‘ und den Haß Cromwells gegen den Prinzen von Oranien, den Neffen des Königs; der erste Grund war.wohl der hauptsächlich be- stimmende. 2 Elias, a. al 0.1 Si1741. 3 Cunningham, S.21o0ff. 331