Gläubiger, diejAmsterdamer Bank, mit sich. Mit Ende 1793 waren die Mittel der Kompanie erschöpft, ihre kon- solidierte Schuld in den Niederlanden betrug 1795 nur 120 Mill. fl.2). Und noch in den Jahren vorher, als die Kompanie den Staat demütig um Geld bat, da sie nach Indien warnende Briefe schrieb, um die Gesellschaft aus ihrer Not zu retten, herrschte bei den Direktoren ein übertriebener Luxus?). Insbesondere für Ostindien kam noch ein Mißstand hinzu, der nicht zu übersehen ist; das war die Münzkalamität. Ostindien wurde schon seit 1617 der Abzugskanal für die hollän- dischen Gulden und Stüver schlechtester Sorte; sie brachte hier in den Verkehr der Rechnungsmünzen, zuerst des spanischen Real, dann des Reichstalers, eine greuliche Verwirrung, die noch vermehrt wurde durch die Verbreitung der kleinen, von der indischen Regierung seit 1633 ausgegebenen Kupfermünzen?). Aller Gegenmaßregeln ungeachtet strömte die bessere holländische Münze aus Indien fort; die von der indischen Regierung vorgenommene Kursheraufsetzung des indischen Geldes wurde von der Leitung der Kompanie in Holland entschieden verurteilt und mußte 1652 rückgängig gemacht werden; doch mußte 1656 jene Maßregel wieder eingeführt werden, und sie erstreckte sich nun auch auf das kleine Geld, was im niederen Volk in Indien viel böses Blut machte. Die Münzverwirrung wurde dadurch auch nicht geheilt; es kam zu seltsamen Auskunftsmitteln: so setzte man 1682 den Dukaten auf 76 Stüver fest und gab gleich- zeitig der Regierung in Indien die Erlaubnis, die Dukaten nach auswärts als Ware zu höherem Preise zu verkaufen! Schwierig- keiten machte es ferner, die einheimische Münze in ein Wertver- hältnis zu den aus Hindostan hereinströmenden Rupien zu bringen. Überall zeigte sich eine Systemlosigkeit, die von der völligen Ohn- macht der Kompanie gegenüber diesen Verhältnissen Zeugnis ab- legte. Der Mangel an barem Gelde blieb das chronische Leiden der indischen Regierung während des ganzen 18. Jahrhunderts; die Münzverwirrung hatte zum Teil Schuld an der fürchterlichen ') Nach Colenbrander, III, 8, brachte die Kompagnie ihre Schulden- last bis 1798 auf 184 Mill. fl.; über die Schuld an die Amsterdamer Bank vgl. oben S. 220f. 2?) Klerkde Reus,S. 30£ * van den Berg, Munt-, Crediet etc., S. 7 ff.; auch für das folgende. D4* 371