— 500. —- gewonnen hatte, nicht mehr einzuholen!). In Berlin zeigte man infolge der seitens der Niederlande bewiesenen Gleichgültigkeit mehr Interesse für den Anschluß der preußischen Bahnen an Belgien; die niederländische Regierung unterstützte die genannte holländische Rheineisenbahngesellschaft in ihren Verhandlungen mit Preußen sehr wenig, so daß eine kostbare Zeit verlorenging; erst 1852 kam es zu einer Übereinkunft zwischen dieser Gesellschaft und der nieder- ländischen Regierung zur Ausführung eines von der Gesellschaft mit Preußen geschlossenen Vertrages über den Bau einer Bahn von Oberhausen bis zur Grenze; die niederländische Regierung bewilligte einen Betrag von ı Mill. fl. zur Verschmälerung der Spur- weite. Im Oktober 1856 konnte die Linie Oberhausen—Arnhem eröffnet werden, zwei Jahre später als in dem erwähnten Vertrag vereinbart war. Immerhin war das ein großer Fortschritt; Holland hatte nun den ersten Eisenbahnanschluß an die preußischen Bahnen im Rheinland. Dabei blieb man in dieser, so überaus wichtigen Richtung stehen; an Konzessionen für andere Bahnen dorthin fehlte es nicht, sie kamen aber nicht zur Ausführung. Stetiger war die Entwicklung der Holl. Spoorweg Maatsch.; sie erreichte 1847 endlich die Weiterführung der Bahn vom Haag nach Rotterdam. Die Verzögerung war größtenteils dem mangel- haften Enteignungsgesetz zuzuschreiben; 1851 kam ein neues Gesetz zustande, auf Grund dessen die Landeigentümer nicht mehr in der Lage waren, den Eisenbahnunternehmungen durch übertriebene Forderungen Hindernisse in den Weg zu legen. Für die Holl. Spoor- weg Maatsch. war es störend, daß sie noch immer die breite Bahn- spur beibehielt und dadurch den Anschluß an den Rhijnspoor- weg erschwerte; erst 1866 führte jene Gesellschaft die schmalen Spuren ein. Auch im Süden des Landes entstanden allmählich Eisen- bahnen von Bedeutung; so wurde eine neue Bahn von Maastricht nach Aachen 1853 eröffnet; 1855 folgte eine Bahn Maastricht— Hasselt, 1861 Maastricht—Lüttich, 1861 Maastricht—Venlo, 1865 Antwerpen—Hasselt; dadurch wurde der Anschluß an die große Transitolinie Köln—Antwerpen geschaffen. 1) Doch wurde der holländische Rheinverkehr durch die belgische Rhein- bahn zunächst nicht geschädigt; er blieb noch lange Zeit fast ausschließlich in den Händen der holländischen Seehäfen (vgl. Waentig, S. 673). 59