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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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      <div>150 Carolusgulden!) oder mehr; früher etwa nur den vierten Teil. 
Für die Reinhaltung der friesischen und utrechter Pferderassen erließ 
man schon im 17. Jahrhundert Vorschriften; trotz mancher Wider- 
stände unter den Bauern sind sie aufrecht erhalten worden?). So- 
dann ist die Schafzucht zu nennen, die eine vortreffliche 
Wolle lieferte; der Kartoffelbau wurde um 1730 eingeführt und 
bald zu einem Haupterwerb des Landes‘). 
Aus dieser kurzen Übersicht der Landwirtschaft in den ein- 
zelnen Provinzen erkennt man die große Verschieden- 
heit der Zustände: Auf der einen Seite finden 
wir in Holland, Friesland, Groningen und den anliegenden Teilen 
Utrechts und Oberyssels die überwiegende Rindvieh- 
zucht und im Anschluß daran eine wertvolle Produktion von 
Milcherzeugnissen. Butter und Käse wurden ja überall bereitet: 
der Unterschied in den einzelnen Provinzen war aber nicht gering. 
Der Süßmilchkäse und die Butter aus Molkenrahm wurde. in Süd- 
und Nordholland und Utrecht zubereitet; der Goudakäse in Süd- 
holland und Utrecht, Edamer Käse in Nordholland. Ferner fand 
die Butterbereitung aus Rahm und die Käsebereitung aus entrahmter 
Milch in Friesland, Rhijnland, Delfland statt. Friesland lieferte 
grünen, Kanter-*) und Gewürzkäse, Rhijnland und Delfland Kümmel- 
käse. Diese ganze Produktion bildete eine Hauptquelle der Lebens- 
führung des Landwirts; sie stand, da sie von allen auf die Produk- 
tion einwirkenden Faktoren beeinflußt war, technisch weit höher 
und brachte größere Einkünfte als die Butterbereitung mit ihren 
Nebenprodukten, wie sie in den übrigen Landesteilen stattfand, 
wo sie hauptsächlich der Futterbeschaffung für Schweine und 
Kälber nutzbar gemacht wurde®). 
Wie die Ackerprodukte, erhielten Ende des 17. Jahrhunderts 
auch die Milchprodukte einen höheren Zollschutz. Im Jahre 1671 
a ') So nannte man den 1544 geschlagenen silbernen Gulden zu 20 Stüver 
(Schimmel, S. 14). 
2) Über die Pferdezucht Blok ‚ Rel. Ven., 1620, S. 132; über den Leeu- 
wardener Pferdemarkt 1636 auch Schottmüller, Ogiers Tagebuch, S. 255 f.; 
ferner Volkmann, S. 392. 
3 Blink, I, S. 82. 
*) Kanterkäse, großer, glatter Käse, grün oder weiß. 
5) Ned. Landbouw, S. 441 f. Über den Texeler grünen Schafkäse Volk - 
mann, S. 378. 
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