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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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bruch der Franzosen 1672; die besonders betroffenen Provinzen 
Gelderland, Overyssel und Utrecht haben damals ungeheuer ge- 
litten; für Jahre waren einzelne Gebiete völlig ruiniert durch die 
Überschwemmungen und durch die lange Besetzung ausgesogen und 
erschöpft?). 
Trotz aller dieser den Bauernstand drückenden Verhältnisse 
befand sich aber nach allgemein herrschender und vielfach be- 
stätigter| Ansicht die Landwirtschaft in der zwei- 
ten Hälfte des ı3S. Jahrhunderts ın keinem 
schlechten Zustand®%. Den vielen im Laufe der Zeit 
erfolgten Verbesserungen, den Vergrößerungen der Anbauflächen 
durch Landgewinnung?) war hierbei wohl weniger die allgemeine 
gute Wirkung beizumessen als den von außen her erfolgenden Ein- 
flüssen; die lange Friedenszeit, die den Niederlanden bescheert war, 
während andere Völker sich bekriegten, kam den niederländischen 
landwirtschaftlichen Produkten in hohem Grade zugute. Das zeigte 
sich u. a. in den Preisen für Ländereien. Im Beemster Polder stieg 
der Mittelpreis für den Hektar von 650 fl. im Jahre 1779 auf 835 fl. 
im Jahre 1788, um dann allerdings wieder langsam zu sinken‘*). 
Der Preis für Getreide auf dem Groninger Markt, der 1750—1785 
für Weizen 5,55, Roggen 4,17 fl. betragen hatte, belief sich 1786 
bis 1803 auf 6,94 bzw. 5,49 und 1804—1822 auf 8,86 bzw. 6,65 11.5). 
Der Niedergang der Landpreise hatte nach 1790 die Folge, daß 
viele Pächter in der Lage waren, sich durch Kauf ihrer Höfe selb- 
ständig zu machen, da manche Eigentümer sich in der unruhigen 
Zeit ihres Besitzes gern entäußerten. 
Weniger günstig warim allgemeinen dıe 
Lage der Viehzucht. Da während des Krieges mit Eng- 
land die Ausfuhr von Butter und Käse dorthin nahezu aufhörte, 
sanken die Preise dieser Produkte. In den letzten Jahren vor der 
Revolution war die Ausfuhr von Butter und Käse nicht schlecht; 
) Blok, Geschiedenis/v. h. ned. Volk:, V, 322. 
23) Koenen, S. 83ffi; Blink, Geschiedenis, II, 286 ff. 
3) In der Provinz Groningen wurden 1764—74 für etwa 3% Mill. fl. provin- 
zielle Ländereien an Private verkauft, was die bessere Ausnutzung des Grund 
und Bodens erheblich beförderte (Blink, II, 286). 
4) 1794: 680; 1800: 450; 1805: 585; 1810: 645; 1814: 560; 1818: 910 fl. 
(Blink, II, 287). 
5) Blink, II, 286. 
pp.</div>
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