<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Ernst</forname>
            <surname>Baasch</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1744885710</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>fischerei schützen können. In den späteren Kriegen war es nicht 
anders. Meist machte jeder Krieg der Heringsfischerei ein schnelles 
Ende: nur in einzelnen Fahrtrichtungen hielt man sie mühsam 
aufrecht. Störend war auch das französische Verbot der Ausfuhr 
von französischem Salz, das mehrfach, so 1687, erging!); erst im 
Frieden von Rijswijck wurde die gegenseitige freie Fischerei wieder 
hergestellt?). Alle diese äußeren Störungen beeinträchtigten auch 
die innere Organisation der Heringsfischerei. Trotz der jährlichen 
Landesunterstützung von 30000 fl., die oft noch erhöht wurde, 
außer den oben erwähnten 6000 fl.; hatte das Collegium der Groote 
Visscherij in jener Zeit erhebliche Fehlbeträge, die sich 1670 und 
1679 auf 30 000 fl. beliefen. Damals häuften sich die Klagen über 
die mangelnde Beschaffenheit des holländischen Herings; die äußere 
Notlage scheint auf die Beschaffenheit der Ware ungünstig ein- 
gewirkt zu haben; die Erneuerung und Einschärfung der alten 
Heringsgesetze wurde gang und gäbe. 
So sah man nach dem Frieden von Utrecht 
eine völlig zusammengebrochene Herings- 
fischerei; das Kapital war stark zusammengeschrumpft, der 
Schiffsbestand durch das lange Stilliegen dezimiert. Verkäufe 
waren verboten gewesen?). Delfshaven, das 1700 noch ı Herings- 
jäger*) und 44 Heringsbüsen aussandte, die 1663 Lasten einbrach- 
ten®), sandte 1712 nur noch 14 Büsen aus, die 270 Lasten zurück- 
führten; Brielle sandte 1700 noch 3 Heringsbüsen aus, die 508 
Lasten und 13 Tonnen brachten; 1702 waren es 5 Büsen und 91% 
Last®). Erst langsam stieg dann wieder der Betrieb; bei beiden 
genannten Häfen hat er nie wieder die Höhe von vor 1700 erreichen 
können. Rotterdam ging im Heringsfang ganz zurück und spielte 
keine Rolle mehr’). Der einzige Hafen, dessen Fischerei aufblühte, 
) Berg, ‚S. 222; 
2 Berg, S. 23% 
3) Beaujon, Si8of. 
4) Herings- oder Ventjager: die schnellsegelnden Heringsfänger, die zuerst 
den Hering in die Heimat brachten. 
5) Noch 1646 waren in Delfshaven 61 Heringsbüsen mit 2117 Lasten Hering 
eingelaufen (Bijlsma‚, De in- en uitvoer te Delfshaven). 
s) Wätjen, Statistik, S. 160, 164; die Last hatte 14 Tonnen. 
7) Rotterdam führte 1753 nur 21861/, Lasten im Werte von 262 350 fl. aus 
(Dobbelaar, Ken Statistiek, S. 217). 
. 61</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
