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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <surname>Baasch</surname>
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lem vertretenen und von den Staaten von Holland wiederholt be- 
schlossenen Schutzmaßregeln verhielt sich Rotterdam ebenso ab- 
lehnend wie Amsterdam. Von der Beschränkung der Einfuhr von 
Manufakturen wollte man in Rotterdam nichts wissen; das zeigte 
sich besonders, als es der Stadt 1635 endlich gelungen war, die 
Niederlassung der Merchant Adventurers zu erhalten!). Da diese Ge- 
sellschaft nicht Rohprodukte (Wolle, Häute) einführte, sondern aus- 
schließlich Fabrikate, so wurde Rotterdam ein Stapelplatz für eng- 
lische Tuche, meist ungefärbte. Dadurch bewirkte die Kompanie 
außer der Vermehrung des Tuchhandels noch eine große Zunahme 
der Färberei?). Auch ohne die Merchant Adventurers behielt der 
englische Handel in Manufakturen hier große Bedeutung infolge 
des Verkehrs der Interloper; nach dem Westfälischen Frieden war 
auch die Einfuhr gewebter Stoffe von England nicht gering. In 
diesem ganzen Verhalten gegen die Engländer befand sich Rotterdam 
daher in scharfem Gegensatz gegen die einheimische Industrie in 
Leiden, Haarlem usw. Doch bestand neben jenem Handel die 
eigene Tuchweberei weiter fort; sie nahm sogar noch zu, als 1656 
die englische Kompanie ihren Stapel nach Dordrecht verlegte und 
hierauf viele Dordrechter Weber nach Rotterdam übersiedelten?). 
Trotz mancher Schwierigkeiten, die in der Mitte des Jahrhunderts 
sich infolge von Arbeitslosigkeit einstellten, vermehrte sich die 
Textilindustrie in Rotterdam dauernd; die Zahl der Walkmühlen 
wurde vergrößert. Die zweite Hälfte des Jahrhunderts brachte 
eine Reihe neuer Einrichtungen; es ließen sich 1668 Grobgrün- 
wirker hier nieder; 1669 wurde dem Jacob Lois für die Er- 
richtung einer Walze für Tücher ein Octroi auf 10 Jahre verliehen‘); 
1670 folgte eine städtische Trockenanstalt für Sayen und andere 
Manufakturen; gleichzeitig begann man mit dem Färben von Baum- 
wolle, Leinen, Seide und Seidenstoffen. Nachdem das Jahr 1672 
und seine Folgen auch Rotterdam in schwere Notlage versetzt, 
die Höhe der Löhne gesteigert und die Industrie an den Rand des 
CC NE unten in $ 8. 
?) Ein Gesellschaftsvertrag von 1630 über die Betreibung einer Färberei 
in Rotterdam. bei van Brakel, Een tiental vennootschapsacten, S. 194 ff.; 
über die Blüte der Rotterdamer Färberei auch Bijlsma, De zuidned. immi- 
granten en de manufactuurverwerij. 
3) te Lintum„‚.a. a. 0.15.32. 
4) Poelmans, De eerste Kalandermolen, S. 118 ff. 
Baasch, Holländische Wirtschaftsreschichte. 
97</div>
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