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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <surname>Baasch</surname>
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      <div>ATS 
lung herrscht ziemliches Dunkel!). Diese Industrie nahm erst einen 
größeren Aufschwung, als im 17. Jahrhundert die Portugiesen in 
Brasilien Diamanten gefunden hatten. Nach 1640 verpfändete der 
portugiesische Hof die brasilianischen Diamantengruben an die 
Staaten von Holland, wobei die Gebrüder Bretschneider 
die erforderlichen Summen hergaben?). Nun entwickelte sich diese 
Industrie, bei der die Juden stark beteiligt waren, aufwärts; Amster- 
dam besaß hierin nahezu ein Monopol. 
In vieler Hinsicht anders geartet war die Ein- 
wanderung der französischen Refug1es: im 17. 
Jahrhundert, und dementsprechend unterschied sich auch ihr Ein- 
fluß auf die Industrie von demjenigen der Einwanderer des 16. 
Jahrhunderts. Die Einwanderung aus Frankreich begann in klei- 
nerem Maßstabe schon unter der Regierung Ludwigs XII). 
Ganz anders aber wurde ihr Charakter unter seinem Nachfolger, 
dessen Feindschaft gegen die Republik seit Ende der 1660er Jahre 
in wirtschaftlichen und politischen Maßnahmen ihren unzwei- 
deutigen Ausdruck fand. Unter den vor dem Widerruf des Edikts 
von Nantes sich steigernden Bedrückungen des Protestantismus 
flüchteten bereits vor dem Kriege von 1672 viele französische Pro- 
testanten nach den Niederlanden. Waren das zunächst meist Edel- 
leute, die im niederländischen Heer Anstellung suchten, so er- 
streckte sich die weitere Einwanderung auf alle Stände. In den 
Niederlanden begrüßte man auch jetzt wieder diese Zuwanderung. 
Man hatte inzwischen gelernt, solche Einwanderungen als höchst 
willkommen zu beurteilen ; mit der seit dem Anfang des Jahrhunderts 
beginnenden Blüte der Industrie wuchs auch das Interesse an ihrer 
Entwicklung*). Als das französische Edikt vom 17. Juni 1681 erschien, 
das den Kindern der Protestanten vom 7. Lebensjahre an die Frei- 
l) Elias, Vroedschap, S. 371, erwähnt zu Anfang des 17. Jahrhunderts 
den Hans van Thilt aus Haarlem als Diamantschneider in Amsterdam. 
23 Brugmans, Handel en nijverheid, S. 207; Luzac, 1,353. Sehr 
eingehend bei Eversmann. S. 38ff vgl. auch Diferee, Geschiedenis, 
Ss: 479 1. 
3.Berg, S. 51 
4) Im „Interest van Holland‘ (1662), S. 38 ff., bezeichnete, de la:Court 
die Ergänzung der einheimischen Gewerbe durch fremde Einflüsse als höchst not- 
wendig und vortrefflich; er verurteilte scharf jedes Hindernis, das man solchen 
Einflüssen in den Weg lege. 
Baasch, Holländische Wirtschaftsgeschichte. 
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