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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <surname>Baasch</surname>
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      <div>— 1 — 
Belastung ausschloß und zu großen Unbilligkeiten führen mußte. 
Von einem Finanzsystem konnte somit nicht die Rede sein; 
während der ganzen Zeit des Bestehens der Republik hat diese 
es dazu nicht bringen können!). Dieselbe Systemlosigkeit wie in der 
Handelspolitik trat auch hier zutage. Für das Wirtschaftsleben 
des Landes hat dieser Mangel überaus bedenkliche Folgen gehabt; 
es ist kein Zweifel, daß derwirtschaftliche Nieder- 
gang im ı8. Jahrhundert zum nicht geringen 
Teil auf die seit langer Zeit bestehende V en- 
nachlässigung des Steuerwesens zurückzu- 
führen war. An Steuern hat es nie gefehlt; kein Land 
der Welt kannte so viel Steuern wie die Nie- 
derlande?);; woran es von jeher bis ins z90.Jahr:- 
hundert gemangelt hat, das war die syste- 
matische Verbindung des Steuerwesens mit 
derWirtschaft in ihren verschiedenen Teilen. 
In der „Utrechter Union‘ vom 29. Januar 1579 findet sich 
im Art. 5 die Bestimmung, daß zur Bestreitung der Kosten für 
die Verteidigung des Landes gewisse Auflagen auf Wein, Bier, 
Seife, Getreide, Salz, Gold, Silber, seidene und wollene Tücher, 
Horn- und Schlachtvieh, Pferde, Ochsen, Waggüter und was man 
sonst für gut fände, gelegt werden sollten; auch die Einkünfte der 
königl. Domänen seien nach Abzug der darauf ruhenden Lasten 
dazu zu verwenden. Nach Art. 6 sollten solche Einkünfte je nach 
Bedarf erhöht und herabgesetzt werden, aber allein für die gemein- 
same Verteidigung dienen. 
Damals dachte man also nur an die Verteidigung und nur 
an gemeinsame Abgaben, die ihr dienten. Dieser Gedanke hat auch 
tatsächlich noch lange die Finanzpolitik der Republik beherrscht 
und mußte es bei den unaufhörlichen kriegerischen Verwicklungen, 
denen sie sich gegenüber sah. Jene Bestimmung reichte allerdings 
schon sehr bald nicht mehr aus und ist überhaupt nur recht un- 
vollkommen eingehalten worden. 
Bereits vor dem Abschluß der Utrechter Union hatten die auf- 
ständischen Provinzen zu finanziellen Maßnahmen greifen müssen, 
ı) Vgl. Sillem, Gogel, S. 160 f. 
2) Vgl. Laspeyres, S. 217. Über die große Teuerung und vielen Steuern 
französische Quellen Mitte des 17. Jahrhunderts bei Murris, S. 250f. 
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