<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Ernst</forname>
            <surname>Baasch</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1744885710</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>za NL
Nach einer anderen Angabe führte 1658 Frankreich nach Holland für 72 Mill.
Livres aus, wovon 52 Mill. auf Manufakturwaren, 17 auf Getränke und Lebensmittel
 kamen‘).
Schon Richelieu sah mit großem Kummer die Überlegenheit
 der Niederländer im französischen Handel. Damals konnte
aber Frankreich die Niederländer nicht entbehren, da sie durch ihre
Kriegsschiffe die französische Schiffahrt schützten, was sie ın
den Verträgen von 1624 und 1627 versprochen hatten. Selbst
aus den französischen Niederlassungen in
Westafrika und Canada hatten die Holländer
die Franzosen völlig verdrängt”). Das gab später
Colbert Anlaß zur Gründung neuer überseeischer Handelsgesellschaften,
 die aber völlig versagten?). Im europäischen
Zwischenhandel aber machte die Colbertsche Wirtschaftspolitik
 dem Übergewicht der Holländer ein Ende;
seine Zolltarife von 1664 und 1667 belasteten namentlich die holländischen
 und englischen Tuchwaren*). Als dann die Niederlande 1667
mit der Erhöhung ihrer Zölle auf Wein und Branntwein drohten,
nahm Colbert das nicht ernst; er glaubte nicht, daß die Niederlande
 diese Waren entbehren konnten, von denen sie selbst nur
den dritten Teil verbrauchten, während sie das übrige dem Norden
zuführten, den die Franzosen ja auch selbst versorgen könnten.
Johan de Witt aber schritt doch zu der genannten Maßregel,
 was die handelspolitischen Beziehungen zwischen beiden
Ländern erheblich verschlechterte°). Für die Niederlande war die
Colbertsche Wirtschaftspolitik doch sehr schädlich. Wenn es
Colbert auch keineswegs gelang, seine weitausgreifenden, auf
y, Levasseur, I, SS. 409. Die von Sombart, Studien, 1, S. 151f,
angegebene Ziffer für die Ausfuhr Frankreichs nach Holland (39% Mill. Frs.) soll
ebenfalls dem Jahre 1658 angehören.
23) Levasseur, I, S1274; vgl. auch Bonnassieux,/ S. 256, 349,
352. Über die ‚„vexations‘“, die die französischen Ostindienfahrer seitens der Holländer
 und Seeländer erfuhren, vgl. Gosselin, Documents, S. 162. Über die
schlechte Behandlung, die den holländischen Kaufleuten und Faktoren in den
französischen Hafenstädten, vorzüglich Nantes, in der Mitte des ı7. Jahrhunderts
zuteil wurde, die sogar zu tätlichen Angriffen führte, vgl. van Biema, Wat
Hollanders te lijden hadden, S. 201 ff.; Elzinga, S. 70 ff.
3) Levasseur, 1, S:z364 0. Elzinga, S. 127.
‘Elzinga, SS. 229;
55 Levasseur, I, S. 362; Malvezin, II, S. 285 f.; vgl. oben S. 125.

32C</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
