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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <surname>Baasch</surname>
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      <div>Vorteilhaft war für die Landwirtschaft die Beseiti- 
gung der vielen kleinen und groBen Abgaben, 
die durch die neue Verfassung von 1798 erfolgte. Zu der geplanten 
allgemeinen Regelung der Steuerverhältnisse kam es freilich nicht; 
es blieb bei Vorschlägen; erst nach 1814 erfolgte die endgültige 
Ordnung dieser für die Landwirtschaft so wichtigen Materie. Im 
allgemeinen hat während der französischen 
Zeit, in der die Getreidepreise hoch standen und auch die Aus- 
fuhrverbote für die Milchprodukte vielfach umgangen wurden, 
der niederländische Bauer nicht allzusehr ge- 
litten; ‚und in die Zeit nach ı814 trat! er mit be- 
häbigem Wohlstandiein, während Handel und 
Schiffahrt völlig darniederlagen‘?). Nur vorüber- 
gehend haben die vielen Getreide- und Kartoffelausfuhrverbote, 
die in den Jahren 1795—1802 ergingen, diese Entwicklung störend 
beeinflußt?). Bemerkenswert ist es aber, daß in der Zeit der größten 
Depression des Handelsgeschäftes Kaufleute sich fanden, die ihre 
Kräfte und ihre noch vorhandenen Kapitalien dem Landbau und 
seiner Verbesserung widmeten. Damals unternahmen 23 Rotter- 
damer Kaufleute, der Maire Willem Suermondt an der 
Spitze, die Eindeichung des Polders ‚Louis‘ (später Wilhelmina- 
polder genannt) auf Zuid-Beveland, wodurch 4000 Morgen der 
Bebauung aufgeschlossen wurden?). War das an sich ein Zeichen 
des Vertrauens in die Landwirtschaft, so war es andererseits ein 
Zeugnis dafür, daß damals nur der Landwirtschaft, nur dem 
Boden noch mit Aussicht auf Ertrag Kapitalien anvertraut wer- 
den konnten. 
Ein recht trauriges Kapitel bildet die Schilderung der Fin an - 
zen in dieser Periode. Waren sie schon, wie wir sahen, vorher in 
höchst ungünstigem Zustande, so verschlechterten sie sich, jetzt ın 
steigendem Verhältnis. Der Zusammenbruch des Wirtschaftslebens 
wirkte naturgemäß hierauf höchst nachteilig ein. Seit 1785 hatte 
man sich der Aufgabe gewidmet, die Steuern gleichmäßiger zu 
1) Koenen, De ned. boerenstand, S. 100. Über die starke Butterausfuhr 
aus Friesland vgl. Niebuhr , Circularbriefe, S. 231; ferner d’Alphonse, 
S. 200. 
2?) Vgl. Meyer Wiersma, Bijdrage, namentlich S. 55 £: 
3) Koch, Rotterdam in den franschen tijd (Rott. Jaarb. 1924). S. 8. 
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