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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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sondere auf den Kleiböden empfand man den N jedergang, weniger 
auf den Roggen bauenden Sandböden, wo man den Roggen meist 
verfütterte. Die Getreidemärkte der Provinzen aber wandelten 
sich aus Verkaufsmärkten für das einheimische in Verkaufsmärkte 
für ausländisches Getreide. Viele Bauern gingen in dieser Zeit 
zugrunde; die hohen Pachten oder die hohen Preise, für die sie ihre 
Höfe gekauft hatten, wirkten verderblich in der Zeit des Nieder- 
gangs. Außer dem Körnerbau ging vorzüglich der Rapsbau zurück: 
er litt schon längere Zeit unter der Einfuhr des Petroleums und der 
tropischen Ölsorten, wie auch der Verwendung von Gas. Der Krapp- 
bau ging jetzt ganz zugrunde, ebenso der auf den Sänden von 
Utrecht und Gelderland gepflegte Tabaksbau. Länger hielt 
sich die auf der Viehzucht beruhende Land- 
wirtschaft. Sie genoß die hohen Preise, die Deutschland und 
Amerika für gutes Vieh bezahlten. Mengen von Zuchtvieh gingen 
vorzüglich nach Amerikal). Ebenso fielen die Preise für Fleisch, 
Milch, Käse, Butter erst, als die ausländische Konkurrenz sich auf 
diesem Gebiete fühlbar machte. Von 1884 an spürte auch die Vieh- 
haltung den allgemeinen Rückgang, sowohl infolge der aus veterinären 
Gründen stattfindenden Absperrung als auch der durch hohe Ein- 
fuhrzölle in vielen Ländern erschwerten Einfuhr. Eine empfindliche 
Krisis machte die Produktion der Milcherzeugnisse 
durch. Die friesische Butter hielt sich zwar noch auf dem Londoner 
Markte, erzielte aber niedrige Preise, Die dänische Konkurrenz machte 
sich in diesem Artikel mehr und mehr geltend; die holländische Butter 
geriet durch Fälschungen stark in Verruf, was die Ausfuhr schwer 
beeinträchtigte?). Das Buttergesetz von 1886, das später noch 
verschärft wurde, verhinderte zwar teilweise die schlechten Mani- 
pulationen, genügte aber nicht ; erst die amtliche Butterkontrolle, 
die zunächst in Friesland, der eigentlichen Butterprovinz®), dann auch 
in anderen Provinzen eingeführt wurde, brachte bessere Ergebnisse. 
Doch machte die sehr rührige Margarineindustrie der 
13 link ‚ II, 314. Im allgemeinen vgl. die Ausfuhrzahlen bei Reens ; 
S. 63 1. 213 f. 
?) Ned. Landbouw, S. 377 Frost, Agrarverfassung, S. 345 If. 
3 Frost, SS. 340. Demselben Motiv, im Interesse des Absatzes im Auslande 
den guten Ruf der Ware aufrechtzuerhalten, entsprang das 1907 erlassene Gesetz 
betr. die Kontrolle über das zur Ausfuhr bestimmte Fleisch (vgl. Reens,.S. 39, 
13112 
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