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        <title>Holländische Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <surname>Baasch</surname>
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      <div>= I —
Mit dieser Neugestaltung des kolonialen Landbaues ging nun
die Reform des kolonialen Handels Hand in Hand. Der Verkauf
der javanischen Produkte wurde jetzt von Java in das Mutterland
verlegt!); man konnte also in Java den Ertrag der Ernte erst
I1—1% Jahre später genießen und bedurfte für die Zwischenzeit
erheblicher Geldmittel zur Befriedigung der Bedürfnisse der Regierung,
 die in einem Jahre sich auf etwa 15 Mill. fl. beliefen. Die
dafür notwendigen Vorschüsse mußte die Maatschappij leisten;
mit ihr wurde vereinbart, daß sie die indischen Produkte mit nieder-Jändischen
 Schiffen ins Mutterland schaffen, dort verkaufen und
nach Java die nötigen Mittel für den Dienst der Regierung liefern
mußte. Die Gelder wurden gleichzeitig mit dem Empfang der
Produkte vorgestreckt, soweit sie für die indischen Bedürfnisse
erforderlich waren; das übrige wurde von dem Kolonialdepartement
in Holland ausgezahlt. Das Ganze nannte man das Konsignationssystem.
 Mit der Menge der herangeführten Produkte
stieg auch die Verschuldung der niederländischen Regierung bei
der Maatschappij, zumal oft der Verkauf der Produkte die erwartete
Summe nicht aufbrachte und dann die Regierung mit dem Ausfall
belastet wurde. Die laufende Rechnung zwischen Regierung und
Maatschappij zeigte recht hohe Beträge, die bis zu 40 Mill. fl. anstiegen;
 eine völlige Tilgung der Schuld duldete die Erschöpfung
der Staatskasse nie. Wieder also, wie zu Zeiten der Ostindischen
Kompanie, die heillose Verkoppelung der Staatsfinanzen mit einer
Handelsgesellschaft; wir sahen oben schon, daß dieses Verhältnis
abermals an den Rand des Staatsbankerotts führte.
Die Verträge zur Überführung der Regierungs-Produkte waren
für die Maatschappij recht vorteilhaft; für die vorgeschossenen
Gelder erhielt sie gute Verzinsung; außerdem bezog sie hohe Kommissionsgebühren
 für den Verkauf der Produkte; seit 1835 zahlte
sie regelmäßig eine Dividende?). Verringerte sich später auch die
von der Regierung gezahlte Kommission, so beeinträchtigte das
1) Das hatte schon 1830 die ,,‚Kamer van Koophandel‘“ von Amsterdam als
durchaus notwendig erklärt (Colenbrander, Gedenkstukken, X, 4, S. 372;
Posthumus, Documenten, II, 219), während van der Capellen\bereits
 1819 für den freien Verkauf der Produkte in Indien eingetreten war (Falck,
Gedenkschriften, S. 482).
2) In den 32 Jahren (1835—1866) verteilte die Gesellschaft 2214 Prozent
Dividende, durchschnittlich also 69 Prozent (Tijdeman, S. 3809).

Sal</div>
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