182 Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes. es ist noch nicht genug. Er konnte nur für die Unabhängige Arbeiterpartei sprechen, die nur ein kleiner Teil jenes politischen Gebildes ist, welches wir als die Labour Party in Großbritannien kennen, und die viel mehr Vertreter im Parlament hat. Ich hoffe, es wird auch unsern Freunden von der Unab- hängigen Arbeiterpartei in Großbritannien gelingen, die ganze Labour Party, alle Gewerkschaftler und alle Mitglieder der britischen Arbeiterklasse zu dieser Ansicht zu bekehren. Aber sogar das ist nicht genug. Die klassen- bewußten Arbeiter aller Länder müssen, wenn ihre Regierungen versuchen, Streitkräfte für die Niederhaltung dieser Kolonien hinauszuschicken, jene Waffe gebrauchen, die die wirksamste in den Händen der Arbeiterklasse ist: sie müssen den Streik gegen ihre Regierung erklären. Ich bin sehr froh darüber, daß unser Freund Edo Fimmen diesem Kongreß vorsitzt, denn er ist der führende Mann in der Internationale der Transportarbeiter. Die Resolution, die die Delegierten in kurzer Zeit in den Händen haben werden, verlangt, daß man ihre Forderungen durch Streiks und besonders durch Streiks der Transportarbeiter unterstützt, damit keine Truppen oder Kriegsmaterialien in Zukunft in jene Länder, wo sich unterdrückte Völker gegen ihre Bedrücker erheben, geschickt werden können. Sogar das ist noch nicht genug. Wir müssen uns fragen: was haben wir zu tun, wenn eine imperialistische Regierung einen bitteren Kampf gegen die Arbeiter seines eigenen Landes führt, um die Herrschaft über das unterdrückte Kolonialland aufrecht zu erhalten? Was wir dann zu tun haben, ist, mit allen Mitteln in dem imperialistischen Lande die Arbeiter zur Erklärung des Generalstreikes zu bewegen, denn der Generalstreik aller Ar- beiter wird sie vereinigen im Gebrauch einer Waffe, die jede Regierung in jedem Teil der Welt niederringen kann. Und darum wird von Euch in dieser Resolution die Zustimmung zu der Forderung der Proklamation eines Ge- neralstreiks verlangt, als eines Mittels, den endgültigen Zusammenbruch des Kapitalismus und Imperialismus zustande zu bringen. Wir müssen jetzt kurz überblicken, was geschieht, wenn wir in unseren Forderungen so weit gehen, welche Wirkung werden wir hervorrufen können, wie werden wir die Masse der Arbeiter in Europa und den Vereinigten Staaten beeinflussen. Ich will nicht sehr viel über die Arbeiter in den Vereinigten Staaten sagen, denn aus wirtschaftlichen Gründen ist dort, wie wir alle wissen, das soziale Klassen- bewußtsein der Arbeiter noch sehr wenig entwickelt; aber in Europa haben wir sehr starke sozialistische Parteien und starke Gewerkschaften. Was werden sie tun? Mit Bedauern muß ich erklären, daß wir eine Art Ant- wort auf diese Frage bereits erhalten haben. Wir haben eine internationale Arbeitervereinigung, die allgemein die II. Internationale genannt wird. Ihr Zentrum ist in Zürich und ihr Vertreter ist Friedrich Adler. Ein Mann, den wir alle kennen und für seine großen revolutionären Taten in der Vergangen- heit mit Recht achten. Nicht für uns, sondern für Friedrich Adler tut es mir