Georg Ledebour. 1°3 leid, daß er in einem Artikel einen Angriff auf diesen Kongreß gemacht hat. Er nennt ihn einen kommunistischen Kolonialkongreß. Der Artikel ver- sucht zu beweisen, daß diese Affäre nur eine kommunistische Mache sei. Nach seinem Brief hät Genosse Münzenberg, der ein Kommunist ist, gewiß einen guten Teil zur Arrangierung dieser Konferenz getan. Es hat aber auch eine Menge anderer Leute bewegt, dabei mitzutun. Nur ein, paar Leute, versucht er zu beweisen, fallen darauf herein; Leute von verhält- nismäßig geringer Intelligenz und wenig Bedeutung. Er erwähnt mich per- sönlich in diesem Zusammenhang, außerdem noch Saklatvala, Henriette Roland-Holst und eine Reihe anderer. Saklatvala ist der Inder, der von der Kommunistischen Partei und Labour Party Großbritanniens ins britische Parlament entsandt wurde. Nun, ich habe ihm nicht eine Liste von richtigen Namen gekabelt, ich beschränke mich darauf, meine Mei- nung über Friedrich Adler und die Gesellschaft, in der er sich augenblicklich befindet, mit den Worten eines großen deutschen Dichters auszudrücken: „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich Dich in der Gesellschaft seh.‘ Aber nachdem er diesen Kongreß als einen kommunistischen erklärt hat, nennt er uns einen Haufen „unverantwortlicher Narren“ oder Leute, die ihren eigenen Karren schieben und Puppen der Kommunistischen Partei sind. Es ist notwendig, diese Frage zu behandeln, weil wir uns nach dem Kon- greß damit herumschlagen müssen, denn die Beschlüsse dieses Kongresses werden ohne Frage von der ganzen kapitalistischen Presse Europas ange- griffen werden. Ich bin kein Kommunist, wie Ihr alle wißt, aber wenn immer die Kom- munisten ein praktisch-revolutionäres Ziel oder eine Aktion verfolgen, so schließe ich mich ihnen an, und ich nehme an, daß unsere englischen und amerikanischen Freunde, die keine Kommunisten sind, dieselbe Meinung haben. Wahrscheinlich wird zum Beispiel jetzt Genosse Fenner Brockway ein Mensch genannt werden, der seinen eigenen Karren schiebt, doch wird es ein wenig schwer halten, die Arbeiter das glauben zu machen. Er ist der Steuermann eines sehr tüchtigen Kriegsschiffes, nämlich der Unabhängigen Arbeiterpartei Großbritanniens. Ich ergreife diese Gelegenheit, als ein revolutionärer Sozialist zu erklären, daß, wenn es mir möglich ist, Seite an Seite mit den Kommunisten gegen den Kapitalismus zu kämpfen, es auch für andere möglich sein sollte. Ich grüße unsere englischen Freunde von der Unabhängigen Arbeiterpartei und hoffe, sie werden sich unserm Bündnis in derselben Weise anschließen, gerade so wie gestern hier der Vertreter der Kuomingtang mit dem Genossen Fenner Brockway frater- nisierte. Ich glaube, daß als Ergebnis dieser Konferenz sich alle Kom- munisten, revolutionäre Sozialisten, die englische Unabhängige und die Labour Party, sowohl wie die Genossen aus Amerika vereinigen werden, zur Bildung einer großen Union, die uns in kommenden Zeiten zu revolutionären A: