184 _ Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes, Aktionen dienen soll. Bevor ich schließe, möchte ich noch einen andern Zwischenfall lokaler Bedeutung erwähnen. Als ich jene Worte las, daß wir unverantwortliche Narren wären, kam mir ein Ereignis ins Gedächtnis, welches sich hier im Jahre 1560 zutrug. Zu jener Zeit waren die Nieder- kande und Belgien eine Kolonie Spaniens. Der spanische Monarch hatte sie ererbt. Damals erbte man Länder so, wie man heutzutage Häuser erbt. Der spanische Monarch versuchte das holländische Volk mit ungefähr den gleichen Mitteln zu unterdrücken, wie die mohammedanischen Araber, die gerade aus Spanien vertrieben worden waren. Daraufhin revoltierte natür- lich das Volk Belgiens und der nördlichen Niederlande. Doch zuerst schick- ten sie eine Petition zum spanischen König. Die Delegation wurde hier nach Brüssel gebracht und sprach mit der Schwester des spanischen Königs, der Herzogin von Parma, die als Gouverneur hier residierte, Es war so eine Art Erklärung der Menschenrechte. Als die Deputation sich dem Hofstaat näherte, brach die Prinzessin, die da mit ihren Höflingen saß, in die Worte aus: „Was sind denn das für Menschen, die da kommen‘‘, worauf einer der Höflinge antwortete: „Nichts, nur ein Haufen Bettler“. J. ene, die ein Haufen Bettler genannt wurden, nahmen die Bezeichnung an. Das französische Wort für Bettler ist „Gueux‘, und sie wandelten es in das flämische „Geusen“ um. Diese Bettler errangen schließlich die Oberhand im Kampfe mit der Monarchie, Bald darauf waren die revolutionären Niederlande die führende Seemacht Europas. Ich will noch erwähnen, daß einer der Kämpfer gegen die spanische Unterdrückung der Graf Egmont war (nach dem dieser Palast genannt ist). Zwei Jahre später wurde er hier als Revolutionär enthauptet. Ich erwähne diese historische Reminiszenz, weil man mit ihr in gewisser Weise den Versuch vergleichen kann, uns alle „unverantwortliche Narren“ zu beschimpfen. Die flämischen und holländischen Revolutionäre sollten in der gleichen Weise mit dem Namen Geusen beschimpft werden und ich hoffe, daß, wenn es zu Taten kommt, die revolutionäre Arbeiterklasse Eu- ropas und der ganzen Welt sich wenigstens als so kämpferisch_ erweisen wird, wie die Geusen des 16. Jahrhunderts. Ich fordere Euch auf, diese Deklaration, die ich Euch vorlege, an- zunehmen. Ich hoffe, daß sich die Welle der Entwicklung wendet. Noch haben wir in England eine kleine Ausgabe von Mussolini: Winston Churchill genannt, der versucht, den großen Mann in Rom nachzuahmen. Wir haben einen schlimmen Typ in Deutschland. Die deutschen Reak- tionäre haben sich ein volkstümliches Mäntelchen umgelegt. In Frank- reich ist Poincare wieder am Ruder, in Amerika haben wir Coolidge, alle sind sie aus demselben Holze geschnitzt. Nach meiner Meinung ist diese Re- aktion aber nur ein Zeichen dafür, daß sich der Kapitalismus seinem Ende nähert. In Europa gibt es dafür gewisse Anzeichen, die ich erwähnen will. In England hatten wir im letzten Jahre einen siebenmonatlichen Berg-