Nicht zur Abstimmung gelangte Resolutionen. O4} Das jüdische Proletariat der ganzen Welt stößt in Palästina direkt mit dem kolonialen Imperialismus zusammen. Unter dem Zwange seiner sozialen Lage und getrieben von den Bedingungen seiner wirtschaftlichen Evolution zieht das jüdische Proletariat nach Palästina; aber das Land steht bereits unter der Herrschaft des englischen Imperialismus, der seine ökonomische Entwicklung hemmt, überall Schranken aufrichtet und dem politischen Fort- schritt Hindernisse jeder Art in den Weg legt. Der Imperialismus protegiert die bürger- lichen und großkapitalistischen Elemente in der Ausbeutung des Proletariats und der arbeitenden Massen Palästinas. Dadurch werden das palästinische Proletariat, die arbeiten- den arabischen und jüdischen Massen wie das jüdische Proletariat der ganzen Welt ge- zwungen, die Herrschaft des englischen Imperialismus in Palästina tatkräftig und entschlossen zu bekämpfen und die politische und ökonomische Unabhängigkeit für ihr Land zu fordern. Je stärker sich das Land entwickelt, je wichtigere und f£ortschrittlichere Formen seine Wirtschaft annimmt, um so tiefer spitzt sich der Konflikt zwischen den Bedingungen seines Fortschrittes und der politischen Lage zu, und um so mehr verschärft sich der Kampf gegen den Imperialismus. Auch der national-arabische Kongreß in Palästina schreibt die Unabhängigkeit Palästinas auf seine Fahnen. Aber es ist zu betonen, daß diese Organisation den reaktio- nären Nationalismus, den Nationalismus des Großgrundbesitzes, vertritt. Diese Organisation kämpft gegen die Befreiung der arbeitenden Massen, gegen die ökonomische Entwicklung Palästinas, gegen die Arbeitereinwanderung, aber sie kämpft kaum gegen den englischen Imperialismus. Das Ziel dieser Bewegung ist es, den Bestand der Feudalherrschaft zu sichern, die Verknechtung der städtischen Handwerker und der ländlichen Fellachen auf- rechtzuerhalten und die Arbeiterklasse im ganzen Lande zu erdrücken. Die nationale prole- tarische Bewegung muß gegen diese feudale Bewegung kämpfen. Die arabische Bourgeoisie, die präkapitalistischen Handel und Wucher treibt, ist durch ihre Interessen eng mit der feudalen Klasse (effendis) verbunden. Sie lebt vom Schweiße und von der Arbeit der Fellachen-Massen und vom Parasitentum der Großherren. Daher steht sie in dem nationalen und sozialen Kampfe auf seiten der Reaktion. Die industrielle und landwirtschaftliche Bourgeoisie ist erst während der letzten Jahre in Palästina empor- getaucht. Auch ein Teil der Großherren und Wucherer ist infolge der kapitalistischen Ent- wicklung in die Reihen der industriellen und Agrarbourgeoisie hineingezogen worden, aber ihre Zahl und ihre soziale Bedeutung sind im Vergleich zu der jüdischen Bourgeoisie gering- fügig. Daher wird die Politik der industriellen Bourgeoisie in diesem Lande durch die Inter- essen der jüdischen Bourgeoisie diktiert. Da ihr Erfolg von dem wirtschaftlichen Gedeihen des Landes und von dem Zufluß von Kapitalien abhängt, so ist eine Bourgeoisie an der Autonomie und an der wirtschaftlichen Freiheit Palästinas interessiert. In ihrer Furcht aber vor der Arbeiterklasse und den arbeitenden Massen vermeidet die Bourgeoisie den Entscheidungskampf und sucht sich mit der imperialistischen Regierung und mit der arabischen Herrenklasse in Einvernehmen zu setzen. Die Arbeiterklasse wird in ihrem Kampfe gegen den Imperialismus die fortschrittlichen Tendenzen der jüdischen industriellen Bourgeoisie verwerten; sie schafft günstigere Be- dingungen für den wirtschaftlichen Fortschritt des Landes, aber das Proletariat muß ent- schlossen alle Versuche der Bourgeoisie bekämpfen, Einfluß auf die breiten Schichten der Bevölkerung zu gewinnen, es muß den zweifelhaften Charakter der bürgerlichen Politik gegen den Imperialismus enthüllen, jedes Kompromiß mit der feudalen Reaktion brand- marken und die arbeitende Klasse im Entscheidungskampf gegen den Imperialismus auf seine Seite ziehen. Das Kleinbürgertum Palästinas lebt noch unter den Verhältnissen einer natürlichen Ökonomie. Es ist stark rückständig und befindet sich in Abhängigkeit von den Effendis, den Scheiks, kurz der Adelsklasse. Aber der wirtschaftliche Fortschritt des Landes führt zu immer häufigeren Konflikten zwischen diesen beiden Klassen. Die immer weiter um sich greifende kapitalistische Wirtschaft verstärkt den Druck, der auf den Bauernklassen lastet, in Gestalt von Steuererhöhung, Pachtverhältnissen usw.... Infolgedessen beginnt die Bauernklasse sich gegen die Ideologie der Standesherren auf- zulehnen und sich davon frei zu machen, um ihre eigenen Interessen zu verteidigen. Diese Verhältnisse der verschiedenen Klassen Palästinas schreiben uns deutlich vor, daß der Kampf gegen den Imperialismus in Palästina sich auf die proletarische Nationalbewegung 1% 7K Re Li