IV. Abschnitt. Hilfswissenschaften der Staatshaushaltslehre. 35 Staatswirtschaft, Einnahmen und Ausgaben, aktives und passives Vermögen bietet !). Wie die sonstigen Zweige der Statistik, war auch die Finanzstatistik im Anfange mehr die Arbeit von Privat- statistikern, mit der Organisierung der amtlichen statistischen Bu- reaus wurde aber auch die Finanzstatistik zu einem Zweige der offiziellen Statistik. Auch auf dem Gebiete der Finanzstatistik haben die Arbeiten der internationalen statistischen Kongresse, so der im Jahre 1857 in Wien abgehaltene, ferner die Kongresse des internationalen Statistischen Institutes große Bedeutung. Auf dem Wiener Kongreß hat Czörnig das ausführliche Programm der Finanzstatistik vorgelegt und dasselbe in seinem im Jahre 1862 erschienenen Werke: „Das österreichische Budget in Ver- gleichung mit jenen der vorzüglicheren europäischen Staaten“ durch- geführt. Die Literatur der Finanzstatistik behandelten mit Erfolg Riecke, Giffen, Kaufmann, Zahn, Schwarz, Gerloff, Besobrasoff, Kiaer, Naymarck, Körösi usw. Die Finanz- statistik hat ihre großen Schwierigkeiten, welche in dem kom- plexen Charakter der Staatswirtschaft ihren Grund haben 2). Dar- um setzt eine richtige und vorsichtige Verwendung der finanz- statistischen Daten eine genaue Kenntnis des Organismus der Staaten, ihres Verwaltungsorganismus, ihres Finanzrechtes und ihrer Budgetierungsmethoden voraus. Hier bietet sich ein dankbares Ar- beitsfeld für jene Organe, die berufen sind, die internationale Sta- tistik zu pflegen. Infolge der Friedensverträge und der Reparationen hat die internationale Finanzstatistik große praktische Bedeutung erlangt. Der Dawesplan für die Reparationsleistungen Deutschlands stellt als erstes Prinzip auf, daß der deutsche Steuerträger nicht in ge- ringerem Maße besteuert sein darf, als der Bürger der Entente- staaten. Ein schwieriges Problem der vergleichenden Finanz- statistik, dessen Lösung auch die betreffende Kommission als höchst precär betrachtet 3). ') Über die Bedeutung der Zahlen für die Finanzwissenschaft, siehe Moll, Probleme, der Finanzwissenschaft (Leipzig 1924) S. 18. ” . *) Uber die Schwierigkeiten der internationalen Finanzstatistik siehe Holz: Sind internationale Vergleichungen steuerlicher Belastungen möglich? (Leipzig 1924) und Shirras, Volkseinkommen und Besteuerung (Jena 1926). °) Moulton, The reparation plan (New York 1924, S. 191 f.). 2Z*