264 4. Buch. V. Teil. Die Steuern. fängt immer mehr an Verwirrung zu schaffen. Die meisten Finanz- schriftsteller halten vom Standpunkte des Steuersystems den Unter- schied von direkten und indirekten Steuern für den wichtigsten und auch im praktischen Leben wird hierauf das größte Gewicht gelegt. Dagegen hält Eheberg diese Unterscheidung für entbehr- lich; auch Schall verwirft sie, desgleichen nimmt Lotz gegen sie Stellung; ebenso Seligman, der diese Einteilung als obsolet und verworren bezeichnet. Nach Schall sind die indirekten Steuern Vermögenssteuern. Adams verwirft mit nicht geringer Rabulistik die Bezeichnung indirekte Steuern, denn die sogenannte Verzehrungssteuer ist entweder eine Kriteriumsteuer oder eine Er- werbssteuer. Dagegen ist jede Steuer in jenem Sinne Verzehrungs- steuer, daß sie auf die Verzehrung zurückwirkt. Auch Vocke verwirft die Bezeichnung indirekte Steuer, denn die Steuer kann ihrer Natur und ihrem Begriffe nach nur direkte Steuer sein, da sie nur auf die Person Bezug haben kann; die indirekte Steuer ist bloß ein Zuschlag (Aufschlag) zum Preise der Güter. 2. Weitere Einteilungen. Wir gehen nun zur näheren Prüfung der verschiedenen Arten von Steuersystemen über. A) Mit Bezug auf die Steuerquellen geht Smith bei der Einteilung von Steuern davon aus, daß jede Steuer entweder die Grundrente oder den Kapitalzins oder den Arbeitslohn belastet. Diese Einteilung haben seine Nachfolger lange Zeit festgehalten, im allgemeinen die englischen Finanzschriftsteller; endlich sahen auch sie ein, daß über- dies die Steuern noch nach anderen Gesichtspunkten gruppiert werden müssen. Darum verlassen auch die Engländer bereits diese theoretisch einfache und richtige, praktisch aber undurchführbare Einteilung. Es kann nämlich nicht außer acht gelassen werden, daß sich die Steuern im Grunde auf Personen beziehen, diese aber beziehen ihr Einkommen zum großen "Teil aus verschiedenen, in ihrem Resultat nicht zu trennenden Quellen, ferner, daß es für ein- zelne Steuern sehr charakteristisch ist, auf welche Gegenstände sie gelegt werden *). In vielen Fällen ist es unmöglich bei gewissen Gegenständen die einzelnen Einkommensquellen streng zu unter- scheiden. Bastable sucht eine entsprechendere Einteilung. Er geht davon aus, daß wenn Smith auch theoretisch Recht hätte, so ergibt sich doch ein großer Unterschied in der Gestaltung des Lebens, theoretisch und praktisch. Kaum gibt es eine Steuer, die auf eine einfache Basis zurückgeführt werden kann. Trotzdem ist die Smith’sche Einteilung nicht gänzlich imaginär. Klinzelne ) Bastable, Finance, S. 260.