behalten werden, kann jedoch nicht als wahrschein- lich gelten. Jedenfalls sind ernstliche Bestrebungen auf. ihre Herabsetzung im Gange. Senkung der Ge- stehungskosten und der Eisenbahnfrachten, denen man in Großbritannien und Deutschland’ kaum mit entsprechenden Maßnahmen begegnen könnte, wür- den ‚aber die Wettbewerbsfähigkeit der amerikani- schen Kohle beträchtlich steigern, auch wenn die Schiffsfrachten unvermindert bleiben, die ja wohl nach wie vor für die Versendung nach Frankreich und dem Mittelmeer zugunsten Großbritanniens und Deutschlands liegen werden. Ein Hindernis für die Entwicklung der ameri- kanischen Kohlenausfuhr nach Europa liegt in dem Fehlen der Rückfracht; da schlägt die Autarkie des Landes ‚einmal zu seinen Ungunsten aus. Bei der starken Übersetzung des amerikanischen Weichkohlen- bergbaus und der unzulänglichen Aufnahmefähigkeit des heimischen Marktes drängt sich einem die Frage auf, warum man sich denn nicht zur Bildung eines Ausfuhr- Syndikats für die Ausfuhr — dem keine gesetz- Syndikat, lichen Hindernisse entgegenstehen, insoweit ist der Sherman Act abgeändert worden. — entschließt, aber das läßt die Geistesverfassung des amerikanischen Unternehmertums nicht zu. Im Kriege war zur Ver- meidung von Frachtstauungen für die Versendung ab Seehafen ein Zwangspool gegründet worden; dieser bestand noch kurze Zeit nach dem Kriege, brach aber nach Beseitigung der Zwangswirtschaft zu- sammen, weil die betreffenden Gesellschaften sich nicht damit abfinden konnten, daß die Identität ihrer Kohle verschwand. Es ist jedoch keineswegs aus- gemacht, daß diese Geistesverfassung bestehen bleiben wird. Köhleneinfuhr. Der Vollständigkeit halber sei auch die Kohlen- einfuhr der amerikanischen Union kurz behandelt, obwohl ihr, wie schon weiter oben erwähnt, keine nennenswerte Bedeutung zukommt. Ihre Entwicklung seit 1890 ist in Zahlentafel 20 dargestellt. Danach schwankt der Bezug von ausländischer Kohle in dem aufgeführten Zeitraum zwischen !/2 Mill. und 4,7 Mill.1.t. Die letztgenannte ungewöhnlich hohe Zahl war ein Ergebnis des großen Ausstandes vom Jahre 1922. 236