zu dem Ergebnis gekommen, daß der Ausfall, von einem Tag im Monat‘sie um 1%, von zwei- Tagen um 2%, von acht Tagen um 10 % erhöht. Ei Grube, die in der Woche nur vier Tage arbeitet, hat damit Selbstkosten, die 11-12 % höher stehen, als we ie an jedem Arbeitstag in Betrieb wäre. Auch die Gruben- sicherheit leidet außerordentlich unter der Unregel- mäßigkeit des Betriebes; nicht minder hart sind die Belegschaften auch in anderer Hinsicht davon be- troffen: ihre Löhne schwanken in geradezu unerträg- licher Weise, die geeignet ist, die Haushaltungen in völlige Unordnung zu bringen, ganz zu schweigen von der demoralisierenden Wirkung, die der ständige Wechsel von Arbeitstagen und Feierschichten zur Folge haben muß. Die Feierschichten fallen nämlich Feierschichten. nicht wie in gewissen Saisonindustrien auf bestimmte Jahreszeiten, sie sind unvorhersehbar und verteilen sich über das ganze Jahr, wobei sie allerdings im Sommer zahlreicher sind als im Winter. Wenn keine ausreichenden Aufträge vorliegen, wird die Grube in der Regel nicht für Wochen stillgelegt, sondern der Betrieb setzt je nachdem für 2, 3, 4, 5 Tage in der Woche aus. Ertönt dann die Pfeife oder ist ein ent- sprechender Anschlag ausgehangen worden, so wissen die Leute, daß an dem betreffenden Tage gefördert wird, mehr aber auch nicht. Wie es am nächsten Tage aussehen wird, ist ihnen unbekannt. Dabei fehlt es fast durchgehend an Ersatzarbeit; hier und da mag sich beim Wegebau oder auf einer Farm eine vorüber- gehende Arbeitsgelegenheit bieten, aber auf eine solche zu rechnen, wäre ganz abwegig. Die Verteilung der Feierschichten auf die einzelnen Gruben ist natür- lich nichts weniger als gleichmäßig. Weitgehend von Feierschichten frei sind die Gruben, die nach Art ihrer Kohle, Lage zum Markt, Höhe der Selbstkosten unter besonders günstigen Bedingungen fördern und daher weniger Absätzschwierigkeiten begegnen. Eines leid- lich regelmäßigen Absatzes haben sich vor allem die Hüttenzechen zu erfreuen (captif mines). Im Jahre 1920, das, wie schon bemerkt, außerordentlich günstig war, aber gleichwohl durchschnittlich nur 220 Be- triebstage zählte, arbeiteten 61% % Weichkohlenleute tatsächlich voll, anderseits aber 15%, d.s. 100000 Mann, weniger als Halbzeit, also weniger als 150 Tage im Jahre. Welche Lohnsätze, die vernünftig und gang- bar wären, lassen sich denken für voll- und nur Halb- zeit arbeitende Leute?! Denn auch der letztern Ein- 43