2 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS Gut, von dem man wußte, daß es infolge seiner Verwendbarkeit jederzeit wieder ausgetauscht werden konnte; solche Güter von großer Absatzfähigkeit wurden daher zum allgemeinen Tauschmittel, und man bezeichnete sie als Geld, Durch die Einführung des Geldes wurde jeder Tausch in zwei Akte zerlegt: man tauschte zunächst gegen sein Gut Geld ein — Verkauf — und tauschte das Geld wieder gegen das gewünschte Gut aus — Kauf, . Der Verkauf der Waren erfolgt häufig, insbesondere wenn sie im kleinen hergestellt. werden, direkt von dem Produzenten an den Konsumenten, Die Bauern, die ihre landwirtschaftlichen Produkte in die Stadt bringen, verkaufen sie zumeist an die Konsumenten; der Schuhmacher, der Schneider und viele andere kleine Handwerker setzen ihre Erzeugnisse gleichfalls direkt an die Konsumenten ab. Produzent und Konsument sind eben hier örtlich vereint, zudem erfolgt die Produktion in kleinen Mengen, die von wenigen Kon- sumenten leicht verbraucht werden können. Anders bei Waren, die in größeren Mengen produziert werden oder bei solchen, deren Produktionsstätten fern von ihren Konsum- sumtionsgebieten liegen. Die Schuhwarenfabrik, die im großen pro- duziert, verkauft nicht mehr direkt an den Konsumenten; ihre Pro- duktion ist zu groß, um jedes Paar Schuhe einzeln und im Ort ab- setzen zu können, es müssen viele Leute gleichzeitig für den Absatz dieser großen Produktionsmengen tätig sein, nicht nur im Produk- tionsorte, sondern auch außerhalb desselben, Dem Fabrikanten, der sich mit dem Einkaufe der Rohstoffe und mit der Durchführung der Produktion beschäftigen muß, fehlt es auch an Zeit, sich mit dem Verkauf im kleinen zu befassen, und er wird es vorziehen, das Produkt in größeren Mengen an solche abzusetzen, die nunmehr ihre ganze Tätigkeit dem Verkauf im kleinen direkt an den Konsumenten zuwenden, Aber auch dem Besitzer ausgedehnter Getreidefelder oder großer Kaffeeplantagen in Brasilien, dem Verfertiger kunstvoller Gewebe im Orient, dem Nürnberger Spielwarenerzeuger und vielen anderen ist es schon infolge der räumlichen Entfernung unmöglich, ihre Produkte direkt an die Konsumenten zu verkaufen, Diese würden. ihnen die Erzeugnisse auch nur in kleinen Mengen, entsprechend ihren jeweiligen Bedürfnissen, abnehmen, während es dem Groß- produzenten darum zu tun sein muß, möglichst rasch und daher in möglichst großen Partien zu verkaufen, Hier wickelt. sich der Güteraustausch zumeist nicht zwischen Produzenten und Konsumenten direkt ab, sondern es treten Mittels- personen, dazwischen, die die Produkte vom Produzenten in großen Mengen kaufen, um sie entweder in kleinen Mengen direkt an den Konsumenten oder noch an andere Zwischenpersonen weiterzuver- kaufen. Sie ermöglichen es auf- diese Weise, daß der Produzent seine