26 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS indische Baumwolle gelten die Standards: fair, good fair, good, fine. Im Kaffeehandel bestehen nebst Angabe der Provenienz eben- falls Standards, so bei Brasilkaffee Rio oder Santos Nr. 1 bis 9, nach Anzahl der schwarzen Bohnen auf 450 g. Im Petroleumhandel wer- den die Farbqualitäten mit Water white (wasserhell) und Standard white (merkantilweiß) nach einer Skala des Kolorimeters bestimmt. Das United States Department of Agriculture klassiert Weizen in 6 Klassen, und zwar Hard red Spring, Durum, Hard Red Winter, Soft Red Winter, Common White und White Club, die 3 ersten Klassen haben wieder je 3, die 4, und 5. Klasse je 2 Unterklassen und jede Unterklasse teilt sich in 5 Grade, Korn wird in 6 Grade, Hafer in 4 Grade unterschieden, Für jeden Grad ist das mindeste test weight per Winchester bushel, der Feuchtigkeitsgehalt in Pro- zenten und das zulässige Ausmaß der Beimengungen festgesetzt. In neuerer Zeit sind solche Vereinheitlichungen der Qualität nicht auf Rohstoffe beschränkt geblieben, sondern auch auf indu- strielle Erzeugnisse durch ihre sog. Typisierung oder Normali- sierung ausgedehnt worden, Hier sollen die Waren selbst nach ein- heitlichen Typen, die durch Auslese entstanden sind und sich zumeist auf die Größe (Format), aber auch auf die Qualität beziehen, erzeugt werden. Solche einheitliche Formate, die die Qualitätsbestimmung wesentlich vereinfachen, sind bereits bisher üblich gewesen bei Schreibpapier, Büchern, Ziegeln, bei Trägern, Schienen und anderen Erzeugnissen der Metallindustrie usw. und sollen auf immer mehr Gebrauchsartikel angewendet werden). B. An die Stelle von Mustern oder Typen können bei gewerb- lichen Erzeugnissen, aber auch bei Rohstoffen Qualitätsmarken treten, d. h. äußere Kennzeichen (Kennworte, Sinnbilder) für Produkte be- stimmter Provenienz, deren Qualität allgemeine oder auch inter- nationale Geltung erlangt hat; so bei Sensen und Produkten der Kleineisenindustrie, bei Benzin und Ölen, bei Erzeugnissen der Textilindustrie, bei Kautschuk (Hevea-Plantagen) u. a. C. Die analytische Bestimmung des Stoffgehaltes oder der Ergiebigkeit (des Rendements) läßt bei bestimmten Waren eine ein- wandfreie Beurteilung der Qualität zu, Der Stoffgehalt wird ent- weder direkt angegeben, z. B. 99% Kupfer, 60° Spiritus, oder indirekt durch das Ausmaß der zulässigen Beimengungen, z. B. Zink mit höchstens 2% Blei- und 0:58% Eisenzusatz, Butter mit 16% Wasser usw. Nach dem Rendement wird u. a. Rohzucker gehandelt, d. h. es wird angegeben, wieviel Prozente Weißzucker aus Rohzucker gewonnen werden kann (übliche Basis 88% Rendement), bei Seiden- 3) Zu diesem Zwecke sind in zahlreichen Industrieländern (Amerika, Belgien, Kanada, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Österreich, Schweden, Schweiz u. a.) Normenausschüsse errichtet worden.