Lasten aus der Bezahlung des Überpreises für das Inlandsgetreide sowie die Kosten der Unterhaltung einer ständigen Landesreserve habe tragen müssen, die je Tonne des im Inland verkauften Getreides für 1924 46,0 Fr.: 5,2 Fr. »21,2 Fr. und für 1925 14,6 Fr.: 4,00 Fr.19,8 Fr., also 1924 etwa das Doppelte und 1925 etwa das Vierfache der Diffe— renz zwischen Verkaufspreis der Getreideverwaltung und durchschnittlichem Marktpreis betrügen. Daß diese besonderen Lasten, die das Auslandsgetreide tragen müsse, sich bei dieser Gegenüberstellung nur in so begrenztem Maße auswirkten, beruhe in der Hauptsache auf der Ausnützung günstiger Markt— konjunkturen beim Einkauf, während der freie Han— del sich mehr laufend hätte eindecken müssen. — Die obigen Durchschnitts-Marktpreise aus den Fest— offerten sind also keineswegs identisch mit den tat— sächlichen durchschnittlichen Einkaufspreisen der Ge— treideverwaltung zuzüglich der tatsächlich erforder— lichen Unkosten bis zur Schweizer Mühlenstation, sondern stellen vielmehr rein schematische Durch— ichnitte aus den Festofferten und vermutlich auch aus den Frachten usw. dar, während demgegenüber der durchschnittliche Jahres-Verkaufspreis 1925 ein nach den tatsächlichen Verkäufen gewogenes Mittel, also den genauen tatsächlichen Verkaufsdurchschnitt für Manitoba J darstellt und der arithmetische Ver— kaufsdurchschnitt 1924 wegen der größeren Gleich— näßigkeit des Verkaufs im Vergleich mit dem Im— porteinkauf einem gewogenen Mittel nahekommt. Durch diese Ungleichwertigkeit der verglichenen Zah— sen wird deren genaue ziffernmäßige Beweiskraft heeinträchtigt; denn es trifft nicht zu, daß der freie Handel wie bei der rechnerischen Ermittlung des schematischen Durchschnitts aus den Tages-Fest— offerten seine Einkäufe in jeder Tagesnotierung gleichmäßig abgeschlossen hätte, wenn ihm anderer— seits auch, schon infolge geringerer Kapitalkraft, nicht eine so weitgehende Ausnutzung günstiger Marktkon— junkturen wie der Getreideverwaltung möglich ge— wesen wäre. Lagerbestände Die Höhe des Lagerbestandes bewegte sich, je nach— dem die Marktlage für den Einkauf günstig oder nicht günstig gewesen war, im Jahre 1983 zwischen 913806 und 212 1606, im Jahre 1924 zwischen 520006 und 218 100 t. Der Bestand war am klein— sten zu Beginn der neuen Ernte. — Von den auf geführten Mengen lagerten 1923: 267706 bis 53 150 t, 1924: 22060 t bis 49 1800 6, im Durch— ichnitt 1924: 355206 in schweizerischen Mühlen Im Jahre 1925 war man mit Rücksicht auf die Unsicherheit der Marktlage vorsichtiger in der Be— messung der Getreidevorräte im Lande. Der Lager— bestand betrug durchschnittlich nur 89 400 6 gegen— über durchschnittlich 141 250 K im Jahre 1924 und einer plaumäßig vorgesehenen Reserve von durch— schnittlich 100 000 1 Auf den Inventarpreisen der Getreidebestände wur— den wiederholt Abschreibungen vorgenommen, so zu— letzt bei der Jahresrechnung für 1925 in Höhe von 15 Fr. je Tonne Weizen. Die Weizenvorräte vom 31. Dezember 1925 sind mit 265 Fr. je Tonne un— verzollt Parität Schweizer Grenze bewertet. Darin liegt, wie der Bericht für 1925 betont, eine beträcht— liche stille Reserve. 7. Monopol, Getreidepreis und Brotpreis. Die Bewertung der hier wiedergegebenen Be— riebsergebnisse der Monopolverwaltung, durch die Anhänger und die Gegner des Mynopols ist eine erschiedene. Von den Freunden und Befürwortern des Mo— ropols wird folgendes geltend gemacht: Eine billigere Lösung der Getreidefrage als die— enige mit Hilfe des Monopols gäbe es nicht. Der größte Teil der Aufwendungen zur Förderung der nländischen Brotgetreideerzeugung werde durch vor— eilhafte Getreideeinkäufe aufgebracht. Durch die Lereinigung des Einkaufs und des Verkaufs sämt— icher Getreidevorräte in einer Hand würden un— tötige Kosten vermieden. Die Bewirtschaftung der Vorräte gestatte eine vorsichtige und erfolgreiche Preispolitik. Der größte Teil der Kosten der Mono— polverwaltung könne aus dem Handelsgewinn, den »hne Monopolverwaltung der freie Handel bean— pruchen würde, gedeckt werden. Die über große Mittel verfügende staatliche Getreideverwaltung önne die günstige Konjunktur besser ausnutzen, als in in den Mitteln beschränkter Privathandel. Das Betreidemonopol habe insbesondere auch den Vorteil des Großeinkaufs in höherem Grade für sich, als der Privathandel. Als Beleg dafür, wie es der Ge— treideverwaltung gelungen sei, die zeitlichen Schwan— ungen des Getreidepreises auszugleichen oder ab— zumildern, gibt die Flugschrift des Bauernverbandes Die Sicherung unserer Brotversorgung“12) folgende Gegenüberstellung: Die Terminbörse Winnipeg zeigt für Manitoba J die nachstehenden Anderungen;: Dollarcents für den Bushel (27,2 kg) Tiefster Stand im No— vember 1928.... Höchster Stand 19265, 4. Februr.. Tiefster Stand 1925, 3. Oktober. Höchster Stand seither, 29. Dezember 1925 St eigerung 915/3 — 0 v. H 2087/5 ⸗ 128 ⸗ 11613 5 27 — 1657/—5 81 — Nach den wöcheutlichen Notierungen der Getreide— hörse Zürich stellten sich die Preise für ManitobaJ frei Zürich (was ungefähr frei aller schweizerischen Mühlenstationen entspricht) wie folgt: Fr. Steigerung 31,268 - 0 v. H. 51,850 — 656 ⸗— 33,50 — 7 — Tiefster Stand 1923, Ende Juli Höchster Stand 1925, 30. Januar Tiefster Stand 1925, 2. Oktober Höchster Stand seither, 4. De— zember 19825 WW 42,60 * 36 12) Brugg 1926, Seite 10.