* zur Schweiz mit 5 Fr. anzusetzen. Im Jahre 1922 hätten sie im Durchschnitt 6,26 Fr., 1923 5,30 Fr. betragen. Ferner sei nicht beruͤcksichtigt, daß die Getreideverwaltung auch noch die überpreise für Inlandsgetreide, die Unterhaliung der Getreidevor— räte und den örtlichen Frachtausgleich zu tragen habe. Wie die Grundlage der Berechnung selbst, so seien deshalb duch die daraus gezogenen Schluß— folgerungen über eine angebliche Verteuerung durch die Getreideverwaltung falscheb). Die Einwendungen der Getreideverwaltung gegen den Vergleich der Abgabepreise mit den Londoner Börsennotierungen — 5 Fr. für Fracht und Spesen werden nicht übergangen werden können. Will man die Züricher Börsennotierungen als obrauchbare Vergleichsgrundlage zu den Abgabe— preisen nicht gelten lassen, so wäre das Naͤchst liegende ein Vergleich der Abgabepreise von Mani— toba J mit den Notierungen fuͤr die gleiche Qualität in Antwerpen oder Rotkerdam. Der Vergleich isi aber, nicht durchführbar, wéil an diesen Plaätzen Manitoba Jein den beiden Jahren nicht regelmäßig notiert wurde. Auf Seite 46 wurde bereits fest gestellt, daß die Getreideverwaltung im Vergleich zu den durchschnittlichen Notierungen mittlerer amerika— nischer Weizensorten in Hamburg in den Jahren 1923 und 1924 nicht ungünstig eingekauft hat. Diese Feststellung ist insofern erheblich, als auch der freie Handel zum größten Teil über Antwerpen und Rotterdam beziehen würde und auch die Ge— treideverwaltung den größeren Teil des Auslands— getreides auf diesem Weg eingeführt hat und die Notierungen von Antwerpen und Rotterdam für ge⸗ wöhnlich den gleichen Notierungen in Hamburg ent— sprechen. Es wurde weiter berechnet, daß das Auslandsgetreide von der Getreideverwältuug frei Abgabestation im Jahre 1923 um 97 Fr, im Jahre, 1924 um 44,2 Fr. gegenüber dem Einstands hreis frei schweizer Grenze teuerer abgegeben wurde. Diesen nicht unerheblichen Zuschlägen Kehen gegen— üher: Der Ausgleich des Überpreises für das ge— ringerwertige Inlandsgetreide, das 1923 mit einem Verlust von 108,3 Fr., 1924 mit einem solchen von 101,2 Fr. frei Abgabestation verkauft wurde, der Frachtenausgleich und die Lagerkosten für Hal⸗ tung einer Bundesreserve, die ohne Monopol auf anderem Wege aufzubringen wären. Das Ansteigen der Marktpreise in der Zeit zwischen Ankauf uͤnd Verkauf hatte zur Folge, daß die Zuschläge, obwohl das Auslandsgetreide im Jahre 1928 um durch— schnittlich 48,8 Fr., 1924 um 37 Fr., 1925 um 49 Fr. für die Tonne teuerer verkauft wurde als das Inlandsgetreide im Jahre 1924 überhaupt nicht, im Jahre 1925 nicht erheblich als Preis— zuschlag gegenüber dem Weltmarktpreis in Erschei— nung traten. Bei umgekehrter Marktpreisentwick— lung würden die Zuschläge als Belastung empfunden worden sein, oder hätten zum Teil unterbleiben müssen. Die Getreidebewirtschaftung durch die eidgenössische Getreideverwaltung hat insofern in weitgehendem Maße preisausgleichend gewirkt, als einerseits die niedrigen Weltmarktpreise der Jahre 1922 und 1923 15) „Die eidgenössische Getreideverwaltung“, Sonder— abdruck aus dem lJandwirtschaftlichen Jahrbuch der Schweiz 1925. Bern 1925, Seite 20 em schweizerischen Verbraucher nicht in denr Maße ugute kamen, wie dies bei freier Wirtschaft der dall gewesen wäre, andererseits aber auch durch eine lückliche Einkaufspolitik den starken Preissteige⸗ ungen der Jahre 1924 und 1925 in erheblichem zrade entgegengewirkt werden konnte. Diese preisausgleichende Wirkung erstreckte sich ibrigens nicht bloß auf die Getreidepreise, sondern ruch auf die Mehl- und Brotpreise. Ein Aufsatz des Nationalrats Franz Moser-Schaer n der Zeitschrift „Vaterland“ bringt über die Brot— reise im Oktober und November 1925 folgende vegenüberstellung: Nach den Veroffentlichungen des eidgenössischen Arbeitsamtes betrug der Brotpreis in dieser Jeit ür Vollbrot: in Basel. .. 0, Fr. für 1kg Genf... 0O58⸗-13 Luzern. Os⸗I fuͤrr Lang⸗ brot, das immer etwas teuerer ist, —DDD— O,s1⸗ —XW Bern St. Gallen Herisau.. dagegen in Stockholm .. ‚au Fr. für 1kg Kopenhagen. 16⸗ 1 Wien.. ¶ Philadelphian. Oslo... 66 Ottawa (Kanada) 91 Berlin. 77 Warschau. .. 1 Lissabn. .7 London.0,55 Mailande. O,ᷓ 1⸗ Besonders bemerkenswert an dieser Gegenüber— tellung ist, daß danach im Oktober und November 925 der Brotpreis in Kanada und den Vereinigten Ztaaten doppelt so hoch oder fast doppelt so doch var wie in der Schweiz, wo in der Hauptsache rordamerikanischer Weizen als Brotgetreide ver— raucht wird. Dr. Béguin behauptet in einem lufsatz der „Baseler Naächrichten“ Nr. 42 1925: Nitte Januar 1925 habe 1Kg Brot in Paris As Schweizer Franken, in Bern aber O,z Schweizer zranken gekostet, wobei darauf hinzuweisen sei, daß Frankreich einen Weizenzoll von * franz. Franken juf den Doppelzentner habe, die Schweiz dagegen tur O,so Schweizer Franken. Nach einer von dem chweizerischen Konsumverein im April 1925 ver— Fffentlichten Gegenüberstellung kostete durchschnitt— ich 1Kg Vollbrot in der Schweiz 0,6 bis O, e⸗ Zchweizer Franken. Gleichzeitig habe der Preis be ragen R Prag. .. OAs Schweizer Franken Paris. .. 0,88 ⸗ Brüfssel .. 0338 ⸗ München.. O,ab ⸗ Berlin.0,40 »Mailand. 0 ⸗ Die Gegenüberstellung der im Statistischen Jahr— zuch für das Deutsche Reich 1924, 1985 mitge— eilten internationalen Wirtschaftszahlen führt zu olgendem Ergebnis: