28 deutet eine Verringerung um 37 v. H. Der Ver— brauch an Gerste 1924,1925 bleibt um 360 000 de hinter dem Durchschnitt 1909,1913 zurück. Ver— ringerung mithin 21 v. H. Der Verbrauch an Hafer 1924,/1985 ist rund 145 000 da geringer als im Durchschnitt 1909,1913; das bedeutet eine Ab— nahme von 8 v. H. Also in der Gesamtheit der Erscheinungen um fast 10 v. H. geringerer Ge— samtverbrauch und Verbrauchsminderung bei Rog— gen, Gerste, Hafer; gleichzeitig erhebliche Steige— rung des Weizenverbrauchs, die jedoch die Ver— brauchsminderung bei den anderen Getreidearten nicht ausgleicht. Es fällt dies um so mehr auf, als der Weizenverbrauch von der Monopolverwaltung immer als Luxusverbrauch behandelt und deshalb in den Abgabepreisen auch am höchsten belastet wurde. Die Verminderung der Einfuhr, die die Befürworter des Monopols als einen Erfolg der Monopolwirtschaft aufführen, ist nur zum kleineren Teil eine Folge der durch das Monopol begün— stigten Steigerung des Korneranbaues im Lande selbst, zum größeren Teil eine Folge des vermin— derten Verbrauchs. Als verbraucht ist dabei die Menge gerechnet, die sich aus der Summe von Ernteertrag und Einfuhr von Ernte zu Ernte ge— rechnet ergibt. Die statistischen Zahlen sind den Jahrbüchern des Internationalen landwirtschaft— lichen Instituts entnommen. Uber die Ursachen der auffallenden Erscheinun— gen lassen sich nur Vermutungen aufstellen. Bei der Steigerung des Weizenverbrauchs handelt es sich vermutlich um Verschiebungen in der Art der Volksernährung, die nicht als Wirkungen des Mo— nopols, sondern trotz des Monopols eingetreten sind, und die eine während der Kriegszeit voll— zogene Abkehr von der Verwendung von Gerste und Hafer an der Stelle von Brotgetreide in sich schließen. Auf die gleichen Zusammenhänge ist es vielleicht zurückzuführen, daß der Weizenverbrauch seit 1922,1923 ständig wieder abnahm. Er betrug: 1922/238. .. 2,0 Millionen Doppelzentner 1928/253.L8 ih248 — 490) 6. Das norwegische Getreidemonopol und der Handel Das norwegische Getreidemonopol stellte in höhe— cem Grade als das schweizerische Monopol den Fort— bestand eines freien Getreidehandels im Lande in Frage, weil es neben Weizen und Roggen auch noch die Gerste umsaßte und mit dem Monopol auch ein Ein⸗ und Ausfuhrverbot für Hafer verbunden war, während das schweizerische Monopol nur Roggen und Weizen erfaßte und den Handel mit allen anderen Getreidearten frei ließ. Der Handel war deshalb stets unter den Monopolgegnern führend. Er machte geltend“1), die Zentralisierung des Getreide- und Mehlhandels ausschließlich in Oslo werde im Lande unangenehm empfunden. Als einen 20) Bulletin de statique des Internationalen Landwirt— schaftlichen Instituts in Rom vom März 1986. ) Innstilling fra den forsterkede landbrukskomite om utferdigolse av en lov om landets kornforsyning. 8. 34f. Nachteil des Monopols konnte er auf den Verlust an Steuereingängen hinweisen, den Staat und Ge— neinde dadurch erlitten, daß der private Einfuhr— sjandel außer Tätigkeit gesetzt war. Die Haupt— chwierigkeit, mit der die inländischen Getreide— »rzeuger vor dem Kriege zu kämpfen hatten, der nangelnde Absatz, war, wie die Wortführer des dandels hervorheben, für die hauptsächlichste Körner— ruchtart Norwegens, den Hafer, der mehr als 30 v. H. des gesamten Körnerertrages der heimi— ichen Landwirtschaft darstellt, nicht beseitigt, seit— »em die Abnahmepflicht des Staates für Hafer auf— gehoben war. Seit 1920 waren die Preise im In— and für Hafer sehr schwankend. Viele Landwirte nußten ihren Überschuß an Hafer unter Weltmarkt— zreis verkaufen, weil die Absatzvermittlung versagte ind die preisausgleichende Wirkung der Ausfuhr ehlte. Der Handel weist darauf hin, daß die Frage »er Haltung von Reservebeständen an Getreide fuͤr Notzeiten durch Anlegung von Vorratsspeichern einer Monopolverwaltung den besonderen Verhältnissen )es Landes nicht gerecht werde. Der Handel einp— iehlt, die alte norwegische Staburlagerung in den Bauernhöfen als Grundläge für die Vorratsbildung nöglichst beizubehalten und dadurch zu fördern, daß den Hofbesitzern für die Vorratshallung monatlich eine kleine Vergütung gegeben werde. Auf diesem Wege lasse sich zugleich die Verteilung der Vorräte über das ganze Land erreichen, die bei den weiten Entfernungen und schwierigen Transportverhält— tissen unbedingt notwendig sei. In den Kämpfen für und wider das Monopol pielten wie in der Schweiz die Behauptungen eine Rolle, daß eine Monopolverwaltuug wegen ihrer yöheren Kreditfähigkeit und überlegenen Kapitalkraft zünstigere Preise eingeräumt bekomme und die Marktkonjunktur besser wahrnehmen könne als der private Handel. Der Gang der Entwicklung in Nor— vegen machte es den Verfechtern des freien Handels nicht schwer, darauf hinzuweisen, daß es vor allem auf die richtige Einschätzung der Marktlage und der Weltkonjunktur ankomme, daß die überlegene Kapi— ralkraft allein keinen Vorteil biete und daß die Not— vendigkeit, einen dringenden Bedarf zu decken, auch ine Monopolverwaltung als Einkäufer unter Um— tänden in schwierige Lage bringen könne. Wenn zugunsten des Monopols angeführt werde, daß da— zurch die Brotversorgung des Landes der privaten Spekulation entzogen werde, so sei darauf zu er— vidern, daß die inländische Spekulation sich immer n bescheidenen Grenzen werde bewegen müfsen und daß der ausländischen, die Märkte der Haupterzeu⸗ Jungsgebiete beherrschenden Spekulation gegenuͤber elbst die Monopolverwaltung machtlos sei So sei »ie Monopolverwaltung im Jahre 1924 das Opfer )er amerikanischen Spekulation geworden. Was da— nals aus Norwegen in die Taschen der ameri— anischen Spekulanten geflossen sei, lasse sich auf 30 Millionen Kronen berechnen. Die Regelung, die nach den Beschlüssen des Storthing vom Mai und Juni 1926 an die Stelle des Monopols getreten ist, ist zwar von dem Zu⸗ sttand des freien Handels mit Getreide noch weit ntfernt. Der Handel hat jedoch das Zustande— ommen dieser Regelung im Zusammenwirken mit 0 Dos V — 44 10 8 in fi 9 44 O 5 * 41 t5* te! Jt 7 N n p — R V. 7u 114 * 30 IJ,