Lorräte auf die inländischen Preise im Sinne ihrer Stabilisierung einzuwirken. 'In diesen Gedanken— Jängen treffen sich Vorschläge, die der australische Minister S. M. Bruce als Verfechter des extremsten hritischen Imperialismus auf der Reichskonferenz m Jahre, 1928 gemacht hat mit Plänen, die die tnabhängige englische Arbeiterpartei im Jahre 1924 ausgearbeitet hatee). Der bezeichnende Unterschied ist allerdings dabei der, daß der soßialistische Plan der staatlichen Einkaufsorganisatiou die Kontrolle der gesamten Einfuhr an Fleisch und Weizen über— ragen will, während ihr nach Bruce nur die Kon— trolle der Einkäufe übertragen werden soll, die neben der Einfuhr aus dem hritischen Weltreich notwendig verden. Die erwähnte königliche Kommission kommi zu dem Ergebnis, beide Pläne abzulehnen, wohl aber die Errichtung eines Ernährungsrates (Food ouneil) vorzuschlagen, der für die Versorgung Englands mit Fleisch und Weizen der Regierung als beratendes Organ zur Seile stehen und mi regelmäßigen Berichten an die Öffentlichkeit treten oll. Der Offentlichkeit sollten damit die Unter— agen zugänglich gemacht werden, an Hand deren die Preisbildung, insbesondere der Abstand zwischen Erzeuger⸗, Großhandels- und Kleinhandelspreis, tachgeprüft werden konnte. Die Kommission ver— prach sich von einer solchen öffentlichen Kritik eine Forrektur, insbesondere der immer noch übersetzten Kleinhandelspreise. Weiter hatte die Kommission der Regierung empfohlen, dahin zu wirken, daß die volkswirtschaftliche Sektion des Völkerbundes sich fortlaufend mit dem internationalen Ernährungs— droblem befasse und dem Völkerbund periodisch Bo— richt erstatte. Der ministerielle Ausschuß geht in der Begrün⸗ ung seiner Vorschläge von der Feststellung aus, in allen Äberschußläändern gehe die Entwicklung dahin, das Angebot der landwirtschaftlichen Erzeugniffe uus der Hand des einzelnen Erzeugers zu ersetzen durch ein Angebot, das von einer kollektiven oder zentralisierten Organisation ausgehe und geregelt verde. Zum Beleg dafür verweist der Ausschuß auf die Bewegung in den Vereinigten Staaten, auf den anadischen und australischen Weizenpool, auf das ieuseeländische Meat Producers Board (Fleischaus- uhrüberwachungsstelle), die in Queensland umer iner Primary Products Pools Act von 1922 ent— tandenen Pools für Eier-, Käse- Mais- und Schweine-Export. Die Entwicklung werde zwangs— äufig weitergehen und bald die gesamte auf den os, A 8Socialist Policy for Agriculture, preparect by he . L. P. Agnenlture Gommitféenß. London 104 79 Nr. 2785 Weltmarkt gehende landwirtschaftliche Produktion rfassen. Zur Ausgleichung des Angebots müßten unächst genossenschaftliche Absatzorganisationen der ẽrzeuger in den Zuschußländern diesen Ausfuhr— rganisationen der überschußländer gegenüberstehen. zine Stetigkeit der Preise untet gleichmäßiger Vahrung der Erzeuger und Verbraucherinteressen ei nur zu erreichen, wenn dem organisierten An— gebot eine organisierte Nachfrage gegenübergestellt berde. Als Muster einer solchen Nachfrageorgani— ation schwebt dem Ausschuß die Royal Commicgion n Wheéat S8upplies vor Augen. Die Vorschläge dieses Ausschusses ebenso die Bruceschen Pläne haben vorerst keine Aussicht auf Lerwirklichung. Ein Verdienst des Ausschusses und »er Kal. Konimission bleibt es, auf die Notwendig— eit internationaler Zusammeuarbeit auf dem Ge— iete der Erzeugung und des Absatzes der wichtigsten srnährungsprodukle hingewiesen zu haben. Für »ine solche Zusammenarbeit bieten das Landwit chaftliche Jůternationale Institut in Rom und die holkswirtschaftliche Abteilung des Völkerbundes ine geeignete Grundlage. Ein weltweites Erzeugungs- und Absatzprogramun ür, Weizen, wie es den Schöpfern des kanadischen Weizenpools vorschwebt, aber unter Einschluß nicht iur der Erzeuger, sondern auch der Verbraucher, vird, eine Utopie bleiben. In der Vorkriegszeit wan der Weltgetreidemarkt aus den Erschütterungen, die »as Eintreten neuer großer Überschußgebiete als ieferanten auf den Weltmarkt gebracht hatte, in inen gewissen Zustand der Abgleschung gekomnten, oweit der unberechenbare Faktor der Witterungs— einflüsse eine solche zuläßt. Die Vorgänge in Kanaba ind in den Vereinigten Staaten lassen die Auffassung u, daß aus den Umwälzungen der Kriegszeit her⸗ rus Angebot und Nachfrage wieder einem solchen lusgleichszustand zustreben. Eine so jähe Erweite— ung der Erzeugungsgebiete, wie in den 40 Jahren vor dem Kriege, ist nicht mehr zu erwarten. Das Lerlangen nach Stabilität der Preise ist auf der Erzeugerseite ebenso allgemein wie auf der Ver— raucherseite. Diesem Bestreben wurde bereits eine vesentliche Förderung zuteil werden, wenn das 5ystem der zentralen Nachrichtenübermittlung über Anbauflächen, Saatenstand, Erntemengen, Ernte— ewegung, Vorratsbildung, Zollgesetzgebung, Ein— ind Ausfuhrverbote, Bedarfsverschiebungen, wie es n dem Landwirtschaftlichen Internationalen Insti— ut in Rom bereits vorhanden ist, weiter ausgebaut ind dem Bedürfnis der Beeinflufsung der Er— euqunag wie des Absatzes angepaßt werden würde.