Aufmerksamkeitseinstellungen zugemutet werden, was desorien- tierend wirken würde. Hierbei muß man auch berücksichtigen, daß die im vorigen Abschnitt behandelte Umstellungsfähigkeit des Menschen sowie auch sein Umstellungswillen ihre Grenzen haben und daß die Forderung allzuvieler Umstellungen leicht un- lusterzeugend wirken kann. Endlich ist es sehr nötig, die ein- zelnen. verschiedenen Reklamemittel doch insoweit übereinstim- mend zu gestalten, daß das Publikum nicht allzu schwer merkt, daß die einzelnen Mittel von derselben Firma herrühren und die gleiche Sache betreffen. Auch die Reklamemittel ein und des- selben Geschäftes für ganz verschiedene Belange sollten daher einen gewissen Zusammenhang zeigen. Man pflegt in der Psychologie verschiedene Klassen von Be- wußtseinsvorgängen zu unterscheiden. Man spricht z. B. von Sinneswahrnehmungen, Erinnerungsvorstellungen und Gefühlen der Lust oder Unlust. Die Elemente der Sinneswahrnehmungen bezeichnet man als Sinnesempfindungen oder kurz als Empfin- dungen, die Elemente der Erinnerungsvorstellungen heißen nach Külpe zentral erregte Empfindungen, da sie nicht durch die Außenwelt, sondern lediglich durch das Zentrum des Nerven- systems, das Gehirn, hervorgerufen werden. Die Reklamemittel lösen zum Teil wie die Zeitungsanzeige oder das Plakat optische Sinneswahrnehmungen aus, zum Teil, wie etwa die lauten An- kündigungen des Schaubudenbesitzers, akustische. Die übrigen Sinnesgebiete haben. für die Reklame bis heute kaum eine Be- deutung gewonnen. Erinnerungsvorstellungen, auch kurz Vor- stellungen genannt, haben wir z. B., wenn wir uns ein früher gesehenes Reklamebild innerlich vorstellen oder wenn wir aus Elementen früherer Sinneswahrnehmungen innerlich ein neues anschauliches Gebilde schaffen. Ale Sinneswahrnehmungen und Erinnerungsvorstellungen können lust- oder unlustbetont sein oder eines Gefühlstons gänzlich entbehren. Im letzteren Fall heißen sie indifferent. Lust und Unlust kommen da- 2 Ab