Der Wirtschaftsgeist im Norden wesen. Northerner und Southerner standen sich in scharfer Gegensätzlichkeit einander gegenüber. Im Norden, in einem Gebiet, das für den damaligen Stand der Wirtschaft von der Natur nur wenige Gaben erhalten hatte, hatte sich aus den Einwanderern ein Menschentypus herausgebildet, der unter dem Einfluß puritanischer Weltauffassung das irdische Leben nur als eine Vorbereitung für das himmlische betrachtete, in ihm die Bewährung erstrebte und diese in der Nutzung der empirischen Welt, in wirtschaftlicher Betätigung und unter Verzicht auf Genuß in einem selbst erworbenen Reich- tum suchte. Auf der Religion war das Leben aufgebaut, man kannte nichts als religiöse Übung und die Arbeit, die auf die Urbarmachung eines kargen Bodens und die Entwicklung eines den bescheidenen Bedürfnissen genügenden Gewerbes zielte. Der ganze Zuschnitt war patriarchalisch; in Lowell etwa, der ersten reinen Fabrikstadt, standen die Arbeiterinnen unter strenger moralischer Kontrolle, besuchten gemeinsam die Kirche und es ging zu wie in einem Kloster, „nur daß die Nonnen nicht sacr6-coeeurs herstellten, sondern Baumwolle spannen und Calicot webten‘“ 19, Gering waren die Unterschiede in materieller und sozialer Hinsicht. Nur auf das Praktische war der Sinn dieser Menschen gerichtet, moralisch integer, aber geistig eng, unduldsam, aller Sinnenfreude, allem Schmuck des Daseins feindlich lebten sie dahin. Aber gerade diese Nüchternheit, dieser unermüdliche Fleiß, dieses sich nur im Nützlichen betätigen wollen hat sie zu den großen Taten tüchtig gemacht und ihnen den Wagemut verliehen, mit dem