Das Wirtschaftsleben innerhalb der Gesamtkultur 23 zwecks, nicht nur eines Wertvollen, sondern geradezu des Wertvollen an sich erhoben. Jede nützliche Arbeit ist ehren- voll, und es ist, wie Emerson gesagt hat, eine Narrenmeinung, es sei nicht ehrenwert, sehen zu lassen, wie man sich sein täg- liches Brot verdient; es sei viel ehrenwerter, nur Geld aus- zugeben, ohne welches zu verdienen; ob jemand Schuhe oder Statuen oder Gesetze macht, darauf kommt es nicht an ?7. Bei dem Fehlen von Klassenunterschieden bekam die wirtschaft- liche Arbeit eine ganz eigene Würde, die sich in jedem Indi- viduum ausprägte, weil es sich an den großen Zielen der Nation beteiligt fühlte, und es ist die „große Ruhmestat der Ver- einigten Staaten, daß man in diesem Lande von der Arbeit zu reden vermag, ohne sich eines cant schuldig zu machen‘“ 28, wo man „das Schweineschlachten fast bis zu einer patriotischen Handlung erhöht hat‘ 29, Das Wirtschaftsleben zieht alle zu sich heran, ihm wenden sich die besten Kräfte des Landes zu. Der Beamte besitzt keine irgendwie herausgehobene Stellung, der Politiker steht in geringem Ansehen, eine Stelle im Senat ist vielleicht das einzige, was höheren Ehrgeiz locken könnte, aber für sie kommt nur ein kleiner Kreis in Frage; der Gelehrte und Künst- ler finden weder Nährboden noch Resonanz. Man wünscht es gar nicht, daß sich die tüchtigsten Leute solchen Berufen zu- wenden, für die politische und legislatorische Arbeit genügen junge Advokaten oder Geschäftsleute, denen der Erfolg noch nicht gelächelt hat, und hohe Beamtenstellen sind nur ein Sprungbrett für den Übergang ins Geschäftsleben. „Die tüch-