Bewertung der Zeit : Sekunden munter gemacht, angeschirrt, vor den Wagen ge- spannt und in Galopp gebracht werden“ 45, „A minute saved is a minute gained‘, sagt sein Sprichwort; Zeitersparnis ist ihm ein absoluter Gewinn, er glaubt, mit ihm einen wirklichen Vorteil davongetragen zu haben, auch dann, wenn er ihm zu nichts nütze ist und er gar. nicht weiß, was er mit dem Gewonnenen beginnen soll. Nur nicht „slow!“ Überall wird dem Fremden die Sucht nach minutiöser Ausnutzung der Zeit vor Augen geführt. Als Anlockung findet er an vielen Stellen ein „while you waite‘““ angebracht, ein „quick lunch“ oder gar ein „schnellstes Mittagessen in der Stadt“ als einzige Empfehlung kulinarischen Genusses, in den Briefen die nüch- terne Kürze, das Fehlen aller Floskeln, beim Blättern in den zahllosen Business-Zeitschriften das „saving-time‘‘ ständig als einen der bevorzugtesten Gegenstände behandelt; er weiß es, daß zuerst in Amerika die Vereinfachung und Rationalisierung des Geschäftsbetriebes systematisch durchdacht und durch- zuführen gesucht ist, und er möchte in den zahllosen Kür- zungen der Sprache das gleiche Bestreben spüren, nicht mit angeblich Überflüssigem seine Zeit zu verschwenden. Ein Er- finder erklärte: wenn ich etwas erfinde, das Zeit spart, so kann ich es sofort an zwanzig Stellen verkaufen, aber wenn ich eine Idee zum Schutze des Lebens anbiete, so vermag ich nicht das geringste mit ihr anzufangen 46. Auch dieses Bild muß sich eine Korrektur gefallen lassen. Münsterberg meinte, daß außer den öffentlichen Mitteln nichts so sehr vergeudet werde wie gerade die Zeit, daß