Vergnügungen 37 Kartenspiel untersagt sein 58, mag es auch wie in Kansas vor- kommen, daß man am Sonntag Nachforschungen in den Häu- sern veranstaltet, um festzustellen, ob dort gespielt werde 59, Die Sucht nach den sogenannten Vergnügungen ist jetzt fast so allgemein wie in Europa, und gerade bei ihnen ist ja wohl das Eindringen amerikanischer Einflüsse zuerst in der Öffentlichkeit deutlich sichtbar geworden. Das für die Mußeausfüllung im amerikanischen Stil Charakteristische ist zunächst, daß es sich dabei um Massenvergnügungen unter möglichster Einschaltung irgendeines Wettbewerbs, irgend- einer Zielerreichung handelt, daß sie ferner von der Art sind, wie sie dem kindlichen Geiste entsprechen — einen „puer To- bustus‘ hat schon Tocqueville einmal gelegentlich den Ameri- kaner genannt 9% —, und daß sie schließlich eine möglichst starke Nervenerregung bewirken sollen: Kino und Yazz, Land- partien im Auto, bei denen das Hauptinteresse sich auf den Wagen und seine Geschwindigkeit konzentriert, Amusement- Parks, die die Göttin Technik in den Dienst des Vergnügens gezwungen haben und die schärfsten psychischen Erregungen mit dem Gefühl der völligen Geborgenheit in der sicheren Hand der Technik vereinigen. In erster Linie denkt man bei uns an den Sport als etwa spezifisch Amerikanisches, aber die Bedeutung, die er im heutigen Leben besitzt, hat er erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit erhalten. Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es einen Amateursport überhaupt nicht, eben- sowenig Freiluftspiele für das Volk, und auch für die aka- demische Jugend hatten nach Absolvierung ihrer Studien Base-