35 Die Muße als Erholung ball oder Fußball das Interesse verloren °%. Der Sport kommt der Freude des Amerikaners an Bewegung, am Wettbewerb, am Rekord in ganz besonderem Maße entgegen, so daß also die psychischen Motive, die ihn bei der Arbeit lenken, auch auf die Mußezeit übertragen werden; er wird in seiner hygie- nischen Bedeutung für die Allgemeinheit aber sehr über- schätzt, denn es ist doch so, daß die Masse wie stets bei allen sportlichen Veranstaltungen nur als Zuschauer fungiert, und gerade in den Vereinigten Staaten sind die Professionals das Hauptziel der Aufmerksamkeit. Die Muße darf aber nicht als Selbstzweck auftreten, muß sich vielmehr entschuldigen und soll noch den Charakter von „Erholung“ aufweisen. Sie muß sich dadurch legitimieren, daß sie der Stärkung, Erfrischung, der Wiedergewinnung der verbrauchten Energien dient. Sie ist also mehr ein not- wendiges Übel, eine unangenehme Unterbrechung der Tä- tigkeit, besitzt keinerlei Eigenwert, und so hat auch Carnegie den Mangel an Muße nur deswegen beklagen zu müssen ge- glaubt, weil es zum Erfolge notwendig sei, daß man sich auch ein unschuldiges Vergnügen gönne%l. Man benötigt scharfer Stimulantien, um oben zu bleiben, die Arbeit hat die Kräfte bereits fast ganz für sich in Anspruch genommen, und auch in den höheren Schichten ist daher das Niveau der Muße- verwertung ziemlich niedrig, und sie unterscheidet sich nur quantitativ, nicht qualitativ von der der Masse. Woran es so gut wie ganz fehlt, ist der Sinn für die feineren Arten des Ver- gnügens und der Erholung; die „fire-side pleasures‘‘, Kon-