Anschauungen über den Beruf 59 versation, die man als Pose betrachtet 62, Sinnen und Träumen, Umgang mit Frauen, für alles das mangelt es schon an der notwendigen inneren Ruhe, und was an Theatervorstellungen, Konzerten geboten wird, weist außerhalb einiger ganz weniger Zentren einen Tiefstand auf, der den Europäer schaudern macht. Die Anschauungen über Beruf und Berufswahl müssen von den europäischen. abweichen. In der beruflichen Tätigkeit findet der Mensch den beinahe einzigen Bezugs- punkt, sie absorbiert ihn ganz, und so wird sie auch im Verkehr der Menschen untereinander eine sehr bedeutende Rolle spielen. Es wird selbstverständlich sein, daß man so- gleich eine auf sie zielende Frage abschießt, falls der Beruf einem nicht prima vista mitgeteilt sein sollte. Wie anders doch, um den extremsten Gegenfall zu nehmen, in England, wo es innerhalb der guten Gesellschaft als unfein gilt, sich nach dem Berufe zu erkundigen. Man wird freilich von vornherein annehmen, daß man irgendwie im „Business“ ist. Innere Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Tätigkeit bestehen nicht, werden gar nicht gesucht, ein Zusammenhang zwischen der gesell- schaftlichen Position und der Art des Berufs ist ebensowenig vorhanden, und der Beamte oder akademisch Gebildete nimmt keine irgendwie höhere Stellung ein. Es kann sich also die Auswahl des Berufs in erster Linie nach Geldrücksichten orien- tieren. Nur weniges wird als minderwertig angesehen, wie etwa der Detailhandel mit Spirituosen %, selbst Brauer und Groß-