Der Reiche Ri Ideal und Vorbild des Volkes. Die Wertskala baut sich nur auf dem nach außen hin sichtbaren Erfolge auf, andere Distink- tionen existieren nicht; dem Ehrgeiz bietet sich das Reich- werden als das einzig vorhandene, aber auch allen verständ- liche und erreichbare Ziel dar. Die Verleihung eines Adels- patents, von Titeln und Auszeichnungen kommt nicht in Frage, die politische Laufbahn besitzt wenig Ansehen, namentlich in den Einzelstaaten, und damit ebensowenig Anziehungskraft, wie wissenschaftliche und künstlerische Betätigung; ein cum dignitate geführtes otium schafft nicht nur keinerlei gesell- schaftliche Stellung, sondern ist sogar mit einem Odium be- haftet. „The man who made his pile‘“ genießt dagegen eine Verehrung und ein soziales Prestige wie wohl nirgends sonst, man beugt sich vor ihm wie es in Europa kaum vor den Ver- tretern des hohen Adels geschieht, er steht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, ihm wenden sich die Neugierde und die allgemeine Aufmerksamkeit zu; seinen Namen findet man in den „Society News‘, man interessiert sich für alle seine Lebenskleinigkeiten. Es besteht eine ganze Literatur über die „rich men“, wie sie ja selber auch nur zu oft sich ver- pflichtet gefühlt haben, ihren Lebenslauf, ihren Aufstieg aus dem Nichts der sie anstaunenden Menge zu schildern; ein Mythus kristallisiert sich um ihre Namen, und „es wird eines Tages so schwer sein, die nackte Wahrheit über Ford zu er- erfahren, wie es bei Cromwell, Napoleon oder Washington der Fall ist“ 80, Aber es ist eben nicht so sehr der Geldbesitz, der imponiert, es gibt sich hier nicht ohne weiteres jene