Veränderte Lage des Farmers 73 maschinisiert worden ; man braucht also Leute, die mit großen Maschinen umzugehen wissen, und so wandern einerseits Fa- brikarbeiter in großer Zahl während der Erntezeit hin und her über das Farmland, und auch der ungelernte Arbeiter kann Verwendung finden; ein ländliches Proletariat ist zur Entwicklung gekommen. Aus allen diesen Gründen hat eine Landflucht eingesetzt, zahllose Farmen stehen leer; 1922 sind nicht weniger als 2 Millionen Farmer in Fabrikorte abgewandert. Ein Anwachsen der städtischen Bevölkerung auf Kosten der ländlichen ist eingetreten, und der Ruf: „Back to the farm!“ geht durch das Land. Man sah daher dem Ergeb- nis des letzten Census mit unruhevoller Spannung entgegen, aber was er berichtete, war eine Bestätigung dessen, was man erwartet und gefürchtet hatte: die Bewohnerschaft der Städte hatte sich weiter auf 51x Prozent vermehrt. Die ländliche Bevölkerung, die zur Zeit ihrer Unabhängigkeit und als sie noch mit Sicherheit auf einen ihrer aufgewendeten Arbeit entsprechenden Gewinn rechnen konnte, ein befriedetes Ele- ment bildete, ist so von einem Geiste der Unzufriedenheit erfaßt worden, und gerade von ihr geht eine starke Bewe- gung gegen die großen Korporationen und Finanzmächte aus, denen sie ohne ihr Verschulden überliefert worden ist. Die Vereinigten Staaten sind in Europa als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verherrlicht worden zu einer Zeit, als sich deren Grenze bereits deutlich kundgab. Ein gut Teil des unerschütterlichen Optimismus, der das gesamte Wirt- schaftsleben durchzog, ruhte gerade auf der selbstverständ-